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Sonntag, 18. März 2007

Gesundheit

Mein Kollege Henry badet im Viktoriasee

Ich werde manchmal gefragt, wie es mit der Gesundheit in Uganda aussieht. Nun, am besten man denkt darueber gar nicht nach, wenn man hier ist. Schaut man mal auf die Seiten vom Auswaertigen Amt, oder besser noch Fit for Travel, dann wird einem ganz mulmig. Krankheiten, die man eher mit dem Mittelalter als der Neuzeit verbindet, wie Pest, Cholera und Typhus, treten hier auf. Andere Krankheiten wie die Meningokokken-Meningitis sind eher Insidern und Medizinern bekannt, oder ugandischen Zeitungslesern, seit dem Ausbruch im Dezember gab es 110 Tote bei dieser Krankheit. Weltweit wird der Impfstoff knapp, da der einzige Hersteller Sanofi gerade seine Produktion verlagert. Vom Schwimmen in Fluessen und Seen (z.B. dem Viktoriasee) wird in Resisefuehrern abgeraten wegen Bilharziose, das sind Wuermer, die sich durch die Haut bohren und in Leber, Harnblase und andere Innereien vordringen. Was die Einheimischen aber nicht im geringsten davon abhaelt, trotzdem zu schwimmen. HIV/AIDS ist hier natuerlich ein Thema, auch wenn Uganda eins der vorbildlichsten Laender Afrikas bei dieser Krankheit ist. Der aktuelle und seit 20 Jahren amtierende Praesident Museveni hat frueh auf Aufklaerung und internationale Hilfe gesetzt und Uganda hat als eines von wenigen Laendern Afrikas eine ruecklaeufige Infektionsrate. Und dann gibt es natuerlich noch Malaria, Schlafkrankheit (die beruehmte Tsetse-Fliege...), Hepatitis, Gelbfieber usw. Es gibt vermutlich nichts, was man hier nicht kriegen koennte. Bisher fuehle ich mich aber ganz wohl, und auch die Bevoelkerung macht keinen ueberaus besorgten Eindruck. Malaria hatte hier schon jeder mindestens einmal, und Moskitonetze werden von den meisten nicht gebraucht.

Viele Krankheiten werden ueber unsauberes Wasser verbreitet, das Leitungswasser in Uganda (soweit vorhanden) muss vor dem Trinken abgekocht werden. Wer denkt, Mineralwasser aus Plastikflaschen ist die Loesung, sollte vorsichtig sein. Vor kurzem wurden drei Maenner verhaftet, die gefaelschte Mineralwasserflaschen in einer schmierigen Toilette aufgefuellt hatten. Die Versiegelungen fuer die Flaschen haben sie von Mitarbeitern einer Mineralwasserfabrik erhalten. Also Schnaps trinken, der toetet alles ab. Hier starben neulich 40 Menschen durch Waragi, einen lokalen Gin, der zu viel Methanol enthielt. Cartoon aus der Zeitung dazu: