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Sonntag, 13. August 2017

Laguna del Quilotoa

Laguna del Quilotoa vom Aussichtspunkt aus
Unsere Route, im Nordosten der Cotopaxi, im Südwesten der Chimborazo (höchster Berg der Erde vom Erdmittelpunkt aus gemessen), im Südosten unser Hausvulkan Tungurahua. Die Schnellstraße 35 ist die Panamericana von Alaska nach Feuerland.

Nach dem Dschungeltag waren wir am Donnerstag in den Bergen, auf dem 3.814m hohen Quilotoa. Er ist der westlichste Vulkan Ecuadors, ca. 70km westlich von Latacunga in der Provinz Cotopaxi. Schon auf dem Hinweg sehen wir den Cotopaxi in der Ferne, Ecuadors zweithöchsten Berg und Vulkan mit 5.897m. Ein seltener Anblick, der Berg ist gewöhnlich hinter Wolken versteckt. Am Qilotoa angekommen schnappt man erstmal nach Luft, an die Höhe muss man sich gewöhnen und schon jeder waagerechte Schritt kostet Puste. Von oben schaut man ca. 280 m runter auf einen Kratersee. Hinunter führt ein staubsandiger Weg (halbe Stunde), wieder hoch kann man entweder laufen (1,5 Stunden) oder für 10$ mit Maultier oder Pferd hochreiten. Sollen wir uns die Anstrengung wirklich antun? Aber wir sind ja extra deshalb 3,5 Stunden hierher gefahren. Silvias Mutter bleibt oben bei unserem Fahrer, alle anderen wagen den Abstieg.
Gut gelaunt beginnen wir den Abstieg.
Das übliche Lamabild mit Melly

Der Weg ist steil und eng, durch die Maultiere sandig und deshalb an vielen Stellen sehr rutschig. Beim Abstieg rutschen wir mehrfach aus. Amparo verdreht sich dabei den Fuß, geht noch ein Stück unter Schmerzen weiter und kehrt dann mit Francisco vorzeitig um. Wir anderen diskutieren, es liegt noch ein weiter Weg nach unten vor uns, aber wir gehen weiter. Schließlich kommen wir unten mit schon zitternden Knien an, ruhen uns aus, trinken viel Wasser und genießen den See.
Die Maultiere erfrischen sich vor dem Aufstieg

DA müssen wir wieder hoch!
Ausruhen am Strand 

Die Pferde und Maultiere werden von den Indios bereit gestellt, das Dorf Qilotoa ist eine Indiogemeinde. Wir unterhalten uns mit einer Ureinwohnerin und sie erzählt, dass es 250 Tiere gibt. Das Hochreiten ist eine der Haupteinnahmequellen und sie organisieren unter sich, wer wann seine Pferde anbieten kann. Melly will unbedingt hochreiten, ich bin froh, dass ich sie begleiten muss und so nicht den anstrengenden Aufstieg zu Fuß vor mir habe. Es ist mein erstes Mal auf einem Pferd, es läuft langsam von alleine hoch, macht immer wieder Pausen, aber schafft den Anstieg souverän. Unsere zwei Pferde werden von einem Jungen betreut, der den Weg mit uns in 30 Minuten hoch läuft. Er macht das zum dritten und letzten Mal heute, Respekt! Oben trinken wir eine Schokolade und 15 Minuten schneller als erwartet kommen auch Silvia, Cristina und Alicia oben wieder an, sie haben den Aufstieg zu Fuß tatsächlich geschafft und sind total erschöpft. Vor Freude schließen wir uns in die Arme.
Aufstieg für Höhenkranke, Melly reitet wie ein Profi
Silvia kommt oben an!
Cotopaxi in der Abendsonne in ca. 50km Entfernung

Samstag, 12. August 2017

Ein Tag im Dschungel

Am Mittwoch waren wir einen Tag im Dschungel bei Puyo. Zwei Führer haben uns den ganzen Tag mit Minibus von einer Attraktion zur nächsten gefahren. Begonnen hat es mit Tanz, Gesichtsbemalung, Blasrohr-Schießen und Boa-Anfassen:
Gruppenbild mit Indianern

Mellys Gesichtsbemalung direkt mit Zahnstocher aus einer Frucht (Achote) heraus

Anfassen der Boa

Blasrohr-Vorbereitung

...und getroffen! (Mitte ein Führer, rechts unten ich)
Danach gab es eine 40-minütige Kanufahrt im Einbaum:
Bei einer Wassertiefe von ca. 30-50cm waren die Schwimmwesten nicht wirklich notwendig. Melly hatte am meisten Spaß in den Stromschnellen, wenn wir fast zwischen Steinen feststeckten. Der Río Puyo führte wegen Trockenheit wenig Wasser.

Abtransport der Kanus, flussaufwärts will hier keiner rudern...
Die anschließende Wanderung zu einem Wasserfall inklusive Baden ist immer wieder schön, für mich war es das dritte Mal.
Stelzenpalmen
Diese Stelzenpalmen (Socratea) können laut einem BBC-Bericht bis zu 20m im Jahr laufen, andere Wissenschaftler halten das für Unfug.
Gesichtsmaske gratis auf dem Weg

Melly und Silvia kommen am Wasserfall an.

Hier unten haben wir dann auch gebadet.
Nach einem leckeren Mittagessen (Maito: in einem Bananenblatt gedämpfter Tilapia, dazu energisierender Guayusa-Tee) haben wir dann den Tag ausklingen lassen mit einer Fledermaus-Höhle, einem Ausichtspunkt über dem Pastaza und dem Zuschauen beim Lianen-Schaukeln (wir selbst haben der Schaukel trotz Seilsicherung nicht getraut...).
Ausruhen mit Aussicht

Der Río Pastaza (von rechts mündet der Rio Puyo)

Schaukeln über dem Abgrund: die Führer ohne Sicherung, die Touristen gesichert am Seil selbst. Ich frage mich immer noch, wie man die Schaukel wieder ranzieht, wenn sie unten aus Versehen mal nicht festgebunden wird und über dem Abgrund auspendelt.

Freitag, 11. August 2017

Familie

1998 hat Silvia zum letzten Mal alle ihre Geschwister zusammen in Ecuador gesehen. Danach waren sie in alle Winde zerstreut: Silvia und Amparo in Deutschland, Alicia auf Lanzarote. Zudem kamen drei ausländische Schwiegersöhne zur Familie hinzu: ich aus Deutschland, Francisco aus Spanien und Rubén aus Argentinien. Klar, dass wir das erste vollständige Zusammenkommen nach 19 Jahren entsprechend gefeiert haben und nun viele Familienfotos haben:

Die fünf Geschwister: Irma, John, Amparo, Silvia und Alicia, Hund Tomas rechts
Viel Spaß zusammen mit den Eltern Hilda und Edmundo
Hinzu kommen alle Enkel und Urenkel: Andres, Maria José mit Urenkelin Angela, Melissa und Cristina
und mit den Schwiegersöhnen Francisco (Spanien), Tim (Deutschland) und Rubén (Argentinien)

Samstag, 5. August 2017

Alltag in Ecuador

Das sechste Mal bin ich nun schon in Ecuador, da kann man nicht mehr viel Neues schreiben. Einige Updates aus dem Alltag gibt es aber schon:
Baños

Busse
Beim Einsteigen in einen Bus herrscht immer noch große Eile und er fährt oft schon wieder an, bevor der Letzte eingestiegen ist. Selbst Melly ist das schon aufgefallen. Um das Rasen zu vermindern, gibt es nun in allen Fernbussen eine Laufschriftanzeige mit aktueller (GPS-) Geschwindigkeit und Nummernschild, falls man sich beschweren möchte. Auf der kurvenreichen Strecke Baños - Puyo waren das bis zu 77 km/h. Die meisten Busse haben jetzt Anschnallgurte, was aber kaum jemand weiß, geschweige denn sie benutzt. Als ich es getan habe, hat ein anderer Fahrgast das ganz verwundert auch ausprobiert.
Die Preise sind moderat angestiegen, die 11 Jahre alte Regel pro Stunde ein Dollar gilt jetzt nur noch ansatzweise, es kommt ein Aufschlag von 10-50% darauf:
San Francisco - Baños, 30 Minuten, 75 Centavos
San Francisco - Puyo, 1 Stunde, 1,25 Dollar
Baños - Ambato, 1 Stunde, 1,10 Dollar
Wieder in Ecuador

Indigene Völker
Beim Spaziergdang am Uferweg in Puyo hat ein Indianerpärchen Naturmittel und Schmuck verkauft. Sie gehören zu den Achuar-Indianern, einem von insgesamt 10 in Ecuador lebenden Naturvölkern. Sie leben an der Grenze zu Peru, wo es keine Landstraßen gibt. Daher können sie nach Puyo nur laufen (etliche Tagesmärsche) oder für 60 Dollar mit dem Flugzeug nach Shell fliegen. Das Gepäck wird dabei nach Gewicht berechnet, weshalb sie nur wenige und leichte, kleine Sachen zum Verkauf anbieten. Sie kann gut spanisch und erzählt uns, dass die verfeindeten Shuar-Indianer ihrer Großmutter den Kopf abgehauen haben, laut Spiegel waren Schrumpfköpfe bei beiden Völkern noch vor 30 Jahren üblich. Ihr Mann neben ihr ist ihr Cousin. Da es nicht so viele Achuar gibt und zudem noch mehr Frauen, ist die Auswahl an Männern beschränkt. Er kann kaum spanisch, dafür aber sehr gut Mathematik, er macht die Abrechnung. Inzwischen gibt es bei den Achuar auch Schulen und eine Hochschule für Völkerkunde.
Achuar-Indianer in Puyo

Klopapier

In Ecuador muss man sich als Europäer immer erst daran gewöhnen, dass man das Klopapier nicht ins Becken, sondern in einen Papierkorb neben dem Klo wirft. Jetzt gibt es erste Anzeichen für die europäische Variante. Am neuen Flughafen von Quito hängen auf der Toilette Schilder, dass man das Papier ins Becken werfen kann, den Papierkorb sucht man vergebens. Auch bei meinen Schwiegereltern hat der argentinische Schwiegersohn den Korb abgeschafft, nachdem er die Rohrdicke begutachtet hat. Bisher gab es auch keine Verstopfung.
Melly am Wasserfall

Thermen
In Baños waren wir abends in den Thermen. Man muss eine Badekappe tragen, die man gleich am Eingang für einen Dollar kaufen kann. Dann nimmt man sich einen Wäschekorb in die Umkleide (keine Trennung nach Geschlechtern), packt dort seine Sachen rein und gibt den bei der bewachten Garderobe gegen Marke ab. Mit einem Gummiband bindet man sich die Marke dann um den Arm. Es gibt drei warme Becken, ein kleines mit vielen Leuten drin (man kann nicht schwimmen, ist froh wenn man einen Stehplatz bekommt), ein rundes Becken mit so heißem Wasser, dass Kinder nicht rein dürfen und ein großes Becken, das gerade erst voll läuft und an der tiefsten Stelle gerade 30 cm Wasser hat. Da legen wir uns rein, wechseln ab und zu ins Kaltwasserbecken (das ist als einziges ganz leer und hier kann man auch schwimmen). Trotz der Fülle ein total entspannter Abend! Nebenan wird schon gebaut, es entsteht hier ein neues, modernes und großes Bad. Davon berichten wir dann in zwei Jahren...
In der Therme

Geschirrspüler
sind hier immer noch exotisch und kosten zwischen 800 und 1.400 Dollar.
Erfrischung in Puyo mit Amparo und Rubèn

Dienstag, 29. Dezember 2015

Alltag in der Cloud: Angriff auf mein E-Mail-Konto

Am Sonntag gegen 20:00 bekam ich auf einmal viele "Ich bin nicht im Büro"-Mails. Wobei ich mich gar nicht erinnern konnte, z.B. den Tomtom-Support oder meine Bank gerade angeschrieben zu haben. Dann die SMS von einem Freund, ich hätte eine komische Mail mit einem Link verschickt und eine Mail mit gleicher Rückfrage. Mein "gesendet"-Ordner war leer, aber offenbar wurden gerade von meinem Mail-Account hunderte bis tausende von Mails verschickt. Allein die Server-Antworten für nicht mehr existierende Adressen waren seitenlang, allerdings im Spam-Ordner versteckt. Offenbar war mein Konto gehackt, was nun?
Zum Glück gibt's ja für alle Lebenslagen Hilfe im Internet, so auch hier. Die PC-Welt-Artikel
  1. Mail gehackt, was nun? und
  2. Entfernen Sie Viren/Trojaner mit Gratis-Tools selbst
haben mir sehr geholfen. Zuerst einmal habe ich mein Linux-Notebook aufgeklappt, das (hoffentlich) virenfrei ist. Ein Blick auf amazon, ebay und mein Bankkonto ergab kein verdächtigen Bewegungen. Das ist ja schon mal gut, heißt aber nichts. Dann habe ich alle Passwörter geändert. Dann der Virentester am Windows-PC: bisher hatte ich nur den Windows Defender, der hat in der ausführlichen Suche auch tatsächlich einen Trojaner gefunden (in der Schnellsuche nicht), der aber nicht dauerhaft entfernt werden konnte, beim nächsten Scan war er wieder da. Also doch die in den obigen Artikeln empfohlene Kaspersky-Rescue-Disk erstellen, die ebenfalls Trojaner findet und die auch dauerhaft entfernt. Die anderen beiden empfohlenen Tools entdecken auch nochmal einiges. Den Windows Defender ersetze ich durch AVG Free, der wohl wesentlich mehr entdeckt als das Microsoft-Tool.

Nun bin ich gespannt, ob ich mit dem Schrecken davon gekommen bin, oder ob noch Spätfolgen kommen. Offenbar ist meine E-Mail "nur" für einen massiven Spam-Angriff benutzt worden. Ich hoffe nun, nicht auf Mailservern bzw. Providern auf den Spamfilter gesetzt zu werden...