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Samstag, 5. August 2006

El Pantanal


Galápagos-Riesenschildkröte

Capybara


Meine erste Arbeitswoche im Zoo El Pantanal ist vorbei und wir beiden Tims wurden dort sehr herzlich aufgenommen. Doch erst einmal zu El Pantanal: begonnen hat das Ganze vor 40 Jahren als private Aufzucht- und Wiederauswilderungsstation für wilde Tiere Ecuadors. Dies ist es immer noch und alle Tiere wurden dem Zoo entweder gespendet oder von der Polizei beim illegalen Tierhandel beschlagnahmt. 98% des Zoos sind deshalb in Ecuador beheimatete Tiere. Die wenigen "Ausländer" (Löwen, Tiger, Straussen) kommen aus Zirkussen. Die Familie Chiriboga, gute Freunde meines Gastvaters, betreiben El Pantanal und haben ihr ganzes Vermögen dafür gestiftet. Um mehr Geld für die Tiere einzunehmen, wurde El Pantanal vor vier Jahren als erster Zoo Guayaquils der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Da die Guayaqilenser keine Erfahrung mit Tiergärten haben (und die Tiere erschrecken oder den Arm in den Löwenkäfig halten wollen), kann er nur in Gruppenführungen besichtigt werden. Eine schöne Fotoreportage gibt es übrigens in der aktuellen Ausgabe der ecuadorianischen Frauenzeitschrift Caras, der Link führt zum Artikel.
In der ersten Woche haben wir einen spanischen Brief auf deutsch und englisch übersetzt und per e-Mail an gut 70 Zoos in Deutschland, Österreich und Australien (da kommt der andere Tim her) geschickt. Der Brief regt die Zusammenarbeit mit den jeweiligen Zoos an, und weil ein Austauschjahr, wie man sieht, uns Menschen ganz gut tut, haben wir einen Austausch für Tiere angeregt. Nun warten wir gespannt auf die Antworten... Heute haben wir einen Hundezwinger gebaut, die Hunde haben bisher in einer Halle gelebt, die demnächst in ein Museum umgebaut wird. Dann übersetzen wir gerade den Kurzführer über alle Tiere El Pantanals auf deutsch und englisch, um fremdsprachige Touristen herumführen zu können. Ich füttere die Waschbären und Füchse mit Hühnchenschenkeln, züchte Schnecken und Mäuse als Nahrung und den Löwen habe ich auch schon durch das Gitter gestreichelt (kein gutes Vorbild für die Besucher, war aber unter Aufsicht des Zoo-Biologen...).
Am liebsten gefallen mir die Capybaras, aber auch der Waschbär und die Galápagos-Schildkröten (siehe Bilder).
Auf der Busfahrt lese ich immer die Tageszeitung, wo der Schwerpunkt auf Lateinamerika (Machtabgabe Fidel Castros), Nueva York (hier leben über 500.000 Ecuadorianer, gerade ist dort eine enorme Hitzewelle) und natürlich Fussball (am Wochenende findet in Guayaquil der "Klassiker" statt, Barcelona gegen Emelec, beides Erstligisten aus Guayaquil) liegt. Ausserdem bei der Metrovia (eine Art Bus-Metro) und dem internationalen Flughafen, die beide gerade neu eröffnet wurden bzw. werden. Abends schaue ich mit der Familie Los Simpsons im Fernsehen. Durch beides wird mein Spanisch immer besser.
Doch jetzt beginnt die Fin de Semana (WOCHENENDE)! Heute abend schaue ich mir mit der Familie die Stadt an, morgen bin ich bei einer anderen AFS-Familie zum Mittagessen eingeladen und Sonntag ist halt der Klassiker, wahrscheinlich nur im Fernsehen, weil es im Stadion (Karten kosten zwischen 6 und 15$) letztes Mal zu erheblichen Ausschreitungen gekommen ist.
Viele Grüsse an Euch alle zu Hause!