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Mittwoch, 21. April 2010

Warten und Spontaneitaet

Mit Silvias Verwandten Cristina, Wilma (Cousine) und Irma im Garten der ehemaligen Villa von Juan Léon Mera, dem Dichter der ecuadorianischen Nationalhymne, Ambato

Annikas "Klassiker"-Blog-Eintrag "Warten und Spontaneitaet" von 2006 ueber zwei typisch ecuadorianische Eigenschaften findet heute seine Fortsetzung. Fangen wir an mit der Spontaneitaet, oder auch mit der Sorglosigkeit, die damit eng zusammenhaengt. Das letzte Mal habe ich ueber die Hochzeitsvorbereitungen berichtet, eigentlich war alles von uns fertig geplant, bis auf ein entscheidendes Detail: wir haben kein Zelt fuer den Hof vor Silvias Elternhaus bekommen, Schuld war nicht der Muttertag am Sonntag, sondern die Kommunionsfeiern, die hier Anfang Mai stattfinden. Auch hatten wir fuer einige andere Dinge noch keine richtige Loesung, der Vorhof ist z.B. mit Kies ausgelegt, was sich nicht gut zum Tanzen eignet. Dann das Geschirr: sollen/koennen wir hier Geschirr mieten, oder Pappteller kaufen, worueber dann hinterher aber gerne geredet wird? Diese Fragen im Kopf kamen wir am Montag aus Ambato wieder zurueck nach San Francisco, als uns Silvias Eltern verkuendeten, sie haetten gute Nachrichten fuer uns, aber wir sollten erst einmal Mittag essen. Die Nachrichten waren, dass bei einem Besuch von Tante Rosa und Tante Mercedes am Wochenende die Hochzeitsplanung mal eben komplett umgestellt wurde: die Hochzeitsfeier findet nicht bei Silvias Eltern statt, sondern in einer Pizzeria im Nachbardorf Victoria. Die Familie hatte am Sonntag alles klar gemacht, und da sie uns als Eltern fuer das Hochzeitsessen einladen, haetten sie natuerlich auch das Recht dazu. Erst einmal waren wir geschockt ueber diese Fremdbestimmung, aber nach und nach wurden uns die positiven Effekte dieser gluecklichen Wendung immer mehr bewusst: die Zeltfrage war ueberfluessig, ebenso die Geschirrfrage und die anschliessende Besichtigung der Pizzeria ergab, dass nicht nur ein grosser Raum mit Tanzflaeche und Diskobeleuchtung zur Verfuegung steht, sondern auch zwoelf Zimmer im gleichen Haus, besser ausgestattet und um einiges guenstiger als der angedachte Ferienpark (in dem ich uebrigens noch nie Gaeste gesehen habe, und ich jogge fast taeglich an ihm vorbei). Die Sorglosigkeit hier geht also weiter, man muss nur warten und es findet sich eine Loesung. Und das Pata-Negra-Schwein? Das wird zumindest fuer den Samstag nicht geschlachtet, vielleicht fuer den Sonntag, an dem sich nach Silvias Prognose die ganze Familie ein zweites Mal versammeln wird...

Aufnahmen fuer einen Modekatalog in Ambato

Kommen wir nun zum Warten: Gestern war der dritte Tag unseres Hochzeitskurses, haette zumindest sein sollen. Wir hatten uns erst lose fuer vier Uhr nachmittags verabredet, das dann am Vormittag nochmal telefonisch bestaetigt. Der Kurs dauert immer zwei Stunden und da wir Melissa nicht viel laenger als drei Stunden ohne Silvia lassen koennen (sie wird noch gestillt), haben wir alles geplant: Silvias Schwester Irma kam als Babysitterin extra aus Ambato angereist, Melissa wurde um kurz vor vier noch einmal in Baños gestillt und dann Irma mit nach Hause (San Francisco) mitgegeben. Um vier erfahren wir dann im Hotel des Kursehepaares von der kleinen Tochter, dass wir um fuenf wiederkommen sollen, der Vater haette noch was zu erledigen. Nun war das nicht das erste Mal, beim letzten Kurs schon kam Ivan (so heisst er) eine halbe Stunde zu spaet, und das andere junge Hochzeitspaar erzaehlte uns, sie haetten mitunter zwei Stunden auf den Kursbeginn warten muessen. Das geht natuerlich nicht, wenn Melissa auf Mamis Milch wartet, und das wusste Ivan auch. Also ist uns ein bisschen der Kragen geplatzt und wir haben uns ueber diese Unzuverlaessigkeit beschwert, worauf gleich Ivans Frau aus einem Nebenzimmer herbeigelaufen kam, aber trotz zwei eigener Kinder nichts Schlimmes an dieser Situation sah. Im Gegenteil wurde sie noch frech. Eigentlich wollten wir jetzt gleich wieder nach San Francisco fahren und nicht eine Stunde auf den Beginn warten. Aber Silvia hatte eine bessere Idee: wir sind zur Kirche in Baños gegangen, haben uns beschwert und gefragt, ob wir den Kurs wechseln koennen, da das Ehepaar offenbar keine Zeit fuer den Kurs haette. Ein Wechsel waere nur moeglich gewesen, wenn wir bei einem anderen Paar wieder bei Null anfangen, also haben wir (bzw. Silvia) uns weiter bis zum obersten Kirchenrat von Baños beschwert. Schliesslich wurde uns erlaubt, den Kurs nicht in Baños, sondern bei dem Pastor aus der Nachbargemeinde Puyo, der uns auch traut (weil der Pastor von Baños zwar unheimlich nett ist, aber nie Zeit hat), durchfuehren zu duerfen. Dieser Pastor scheint uns sehr viel entspannter in Bezug auf den Hochzeitskurs, er sprach z.B. gar nicht von einem Kurs, sondern nur von einer "conferencia", also einem einmaligen, kurzen Treffen. Wir sind gespannt, wie es weitergeht.

Statt Kinderwagen macht sich ein Tragesack in Ecuador ganz gut.

Melissa schlaeft tagsueber gut zwei Stunden trotz Autolaerms von der etwa 15m entfernten Landstrasse

Wie steht es eigentlich mit der Beziehung von Maennern und Frauen zu Babys hier in Ecuador? Zuerst einmal ist mir aufgefallen, dass Frauen hier ein sehr viel innigeres Verhaeltnis zu Babys haben als Maenner. Melissa wird von fast jeder Frau aus der Familie erst einmal in/auf den Arm genommen, und Silvias Schwestern Irma und Amparo in Berlin wickeln Melissa wie selbstverstaendlich. Maenner geben Melissa meist ihren Zeigefinger zum Spielen und wenden sich bald wieder ab. Beim Wickeln bin ich der einzige Mann bisher. Auch auf den Strassen sieht man hier selten Maenner, die ein Kind auf dem Arm haben. Aehnlich bei den Indios: die Frauen sind fuer die Kinder zustaendig und tragen selbst groessere Kinder (2 Jahre) in einem Tuch quer auf dem Ruecken. Durch diese Aufgabentrennung wird verstaendlich, dass Frauen hier immer nur "mi hijo/a" (mein Sohn/Tochter) sagen, aber nie "nuestro hijo" (unser Sohn), selbst wenn der Mann direkt daneben steht. Kinderwagen sieht man kaum, die Buergersteige und Staedte sind auch nicht darauf ausgerichtet: oft sehr eng, versperren Geschaefte oder Strommasten noch zusaetzlich den Weg.

Fuer Kinderwagen ist hier kein Durchkommen

Samstag, 17. April 2010

Der Hochzeitskurs und Handwerker

Silvia und ich werden ja hier katholisch heiraten. Dass es eine "Mischehe" wird (ich evangelisch, sie katholisch), stoert den Pastor nicht, und zum Glueck besteht er auch nicht mehr auf einem Nachweis, dass wir in Berlin regelmaessig zur Kirche gehen. Dafuer kommen wir aber um einen Hochzeitskurs nicht herum, den wir gerade absolvieren. Es sind 4 Abende oder ein kompletter Samstag (wegen Melissa haben wir uns fuer die Abende entschieden), und wird von einem Ehepaar durchgefuehrt, sollte zumindest. Am ersten Abend war das Paar naemlich gar nicht da, und dafuer sassen wir mit acht Frauen, davon eine Nonne, zusammen, haben gebetet und das Osterfest aus Sicht des Dominikanischen Ordens (der in Baños die Kirche leitet) betrachtet. Am zweiten Abend war nur der Mann anwesend und immerhin ein anderes Paar, das morgen kirchlich heiratet. Sie ist 16 Jahre und kommt von der Kueste Ecuadors, er sah auch nicht viel aelter aus und kommt aus den Bergen. Hier wurden nun ganz praktische Dinge besprochen: Werte, Kindererziehung, gemeinsame Haushaltskasse (Guetergemeinschaft) und wieviel noch fuer´s Sparen uebrig bleibt (bei 400$ Einkommen fuer zwei Personen in Ecuador 110$ im Monat), aber auch das Zusammenbringen der beiden Familien. Am Schluss wurde uns dann noch gezeigt, was wir bei der Trauung wann sagen muessen. Der Pastor wird uns z.B. fragen, ob wir auch wirklich freiwillig vor den Altar treten, und wir muessen dann geschlossen und mit lauter Stimme antworten. Ich bin gespannt auf die restlichen beiden Abende.

Melissa isst das erste Mal Brei, aus Kartoffeln und Moehren. Den Anistee spuckt sie wieder aus...

Ansonsten gehen die restlichen Vorbereitungen voran, wir haben schon 200m von Silvias Eltern entfernt ein Touristenareal mit drei Huetten, Sauna und Swimmingpool fuer die Gaeste angemietet, die ueber Nacht bleiben wollen, wobei wir wahrscheinlich bis zum Schluss nicht wissen werden, wie viele Gaeste wirklich kommen. Bisher haben wir noch kaum eine Zusage, obwohl in der Einladung darum gebeten wurde. Meine Freunde aus Guayaquil (Kueste), die hier in den Bergen so beliebt sind wie die Bayern in Preussen (die Kuestenbewohner werden "monos" - Affen genannt), werden dort wegen der langen Anfahrt schlafen, waehrend viele von Silvias Verwandten wohl am gleichen Abend wieder nach Hause (San Francisco, Puyo, Baños, Mera) fahren werden. Die Torte ist bestellt (kostet etwa ein Drittel so viel wie in Berlin), Tische und Stuehle gemietet, ein DJ (Silvias Cousin) gebucht, ein Fotograf ist auch in Silvias Verwandtschaft, und das schwarze Schwein wird nach Baños gebracht, geschlachtet und in einem speziellen Ofen im Ganzen gebraten. Nur ein Zelt fuer den Vorgarten haben wir noch nicht bekommen, anscheinend sind die fuer den Muttertag am 9. Mai schon alle ausgebucht.

Arbeitsschutz wird in Ecuador nicht gross geschrieben, hier eine verstaerkte Klappleiter fuer Dacharbeiten

Am Haus der Eltern wurden noch einige handwerkliche Arbeiten ausgefuehrt, und es ist interessant hier den Unterschied zwischen Deutschland und Ecuador zu sehen. Der Handwerker ist der Maestro, und er ist nicht wie bei uns spezialisiert, sondern macht fast alles von Rohrverlegung bis zur Einebnung und Kiesverteilung auf dem Vorplatz des Hauses. Er hat einen Tagessatz von ca. 25$ und nimmt sich manchmal noch ungelernte Helfer dazu. Leider steht die Arbeitssicherheit hier nicht im Vordergrund. Der Maestro war mal ein halbes Jahr im Krankenhaus, weil er mit der Trennscheibe in sein Gesicht gekommen war, dort ziert ihn nun eine lange Narbe und er hat nur knapp ueberlebt. Trotzdem arbeitet er weiter ohne jede Schutzmaske. Als Verlaengerungsschnur benutzt er normale Kabel ohne Stecker, der Kupferdraht wird direkt in die Steckdose gesteckt. Auch sieht man in vielen Badezimmern Kabel ueber der Dusche haengen, da die Duschen elektrisch beheizt werden, direkt am Duschkopf. Nicht immer sind die Kabelverbindungen mit Isolierband abgeklebt...

Samstag, 10. April 2010

Alltag in San Francisco

Die Fanesca in Nahaufnahme

Zur Ehrenrettung der Latino-Maenner muss ich mich korrigieren, sie haben doch bei der dicken Fischsuppe geholfen. Der stinkende, grosse Trockenfisch musste naemlich entschuppt und gewaschen werden, keine angenehme Aufgabe. Dafuer hat sich Cousin Marvin sogar sein Hemd ausgezogen, um den Geruch nicht anzunehmen. John und ich haben beim Pellen der Maiskoerner und Bohnen geholfen. Und wer am Rezept der Fanesca interessiert war: es kommt doch kein Ei hinein, und Linsen kann man reinmachen, hatten wir aber nicht.

Und jetzt wieder ein paar Dinge des Alltags in San Francisco. Es gibt hier keine Postzustellung, wie auch in anderen Teilen von Ecuador. Persoenlich schreiben sich die Leute keine Briefe mehr, seit es Internet gibt, also wie bei uns. Und die Rechnungen fuer Wasser, Strom und Telefon? Die muss man einmal monatlich persoenlich bei den drei Gesellschaften einzahlen und erfaehrt dabei die genaue Summe des letzten Monats. In den groesseren Staedten wie Ambato bekommt man seit kurzem die Rechnungen auch zugeschickt, hier gibt es Briefpost. Interessanterweise wird ueber die Stromrechnung auch die Muellabfuhr und die Feuerwehr bezahlt. Die Polizei dagegen wird aus den Steuern finanziert, wie bei uns. Wenn man doch jemand einen Brief zustellen moechte (wie wir im Moment mit den Einladungen zur Hochzeit), kann man es einem Bus mitgeben. Den Empfaenger ruft man dann ueber Handy an, dass er den Brief im Buero der Busgesellschaft abholen kann...

Versorgung in San Francisco: Regelmaessig halten Transporter vor dem Haus von Silvias Eltern, und verkaufen direkt vom Wagen: Trinkwasser (in ca. 10l-grossen Plastikbehaeltern fuer 1,50$, die man bei uns oft als Wasserspender bei Aerzten oder Behoerden sieht), Gasflaschen (zum Kochen), Milch (unbehandelt und frisch von der Kuh), Broetchen (kommt jeden Abend und ist durch sein Hupen nicht zu ueberhoeren) und Gemuese. Bezahlt wird direkt in bar, ein sehr praktischer Service - solange immer jemand zu Hause ist.

Hochzeitsvorbereitungen: dieses arme, aber edle Schwein (pata negra) im Garten von Silvias Eltern wird der kulinarische Hoehepunkt der Hochzeit werden...

Busfahren: hier hat sich zu meinen frueheren Berichten nichts veraendert. Enricos Goldene Regel (pro Stunde Fahrzeit 1$) gilt immer noch. Neulich waren durch starke Regenfaelle (die uebrigens in ganz Suedamerika waren) einige Erdrutsche auf der Verbindungstrasse von San Francisco Richtung Urwald (Puyo), und teilweise war sogar ein Stueck der Fahrbahn weggebrochen in die ca. 50 m tiefer liegende Schlucht vom Rio Pastaza. Zeitweise war die Autoverbindung nach Puyo dadurch ganz unterbrochen. Als wir dann wieder fahren konnten (in Puyo haben wir die Einladungen fuer die Hochzeit drucken lassen), waren die Aufraeumarbeiten noch in vollem Gange, man hatte ein bisschen das Gefuehl von Weltuntergang. Sehr passend dazu wurde im Bus der Untergang der Titanic auf DVD gezeigt...

Melissa kurz nach einem riesigen Entwicklungssprung: Ihre erste selbstaendige Drehung vom Ruecken auf den Bauch!

Rituale: Schamanentum und Rituale sind in Ecuador weit verbreitet. Bekannt ist einigen sicherlich noch, dass vor der Fussball-WM 2006 ein ecuadorianischer Schamane alle Stadien, in denen die ecuadorianische Mannschaft spielen wuerde, geweiht hatte. Andere Braeuche, die uns im Zusammenhang mit Melissa angetragen wurden:
  • Das Einreiben des Babys mit einem rohen Ei (also nicht dem Inneren, sondern dem intakten Ei) verhindert Krankheiten.
  • Die Eltern sollen immer Zuendhoelzer dabei haben, wenn sie mit dem Kind unterwegs sind.
  • Das Baby soll ein rotes Armband tragen.
  • Man darf das Baby nicht auf den Mund kuessen, sonst sabbert es.

Die schoene Cris mit ihrer Kusine Melissa

Miss-Wahlen: Die sind hier ja sehr beliebt, Melissas Kusine Cristina hat sich 2008 an der Wahl von Miss Rio Negro beteiligt. Das bedeutet einigen finanziellen Aufwand, da sich die Kandidatinnen 3 verschiedene Kleidersets kaufen muessen, und sie vom Veranstalter nur 200$ erstattet bekommen. Deshalb haben sich nur 3 Kandidatinnen beworben und Cris war eindeutig die Schoenste der drei. Gewonnen hat dann ein etwas dickeres Maedchen, die zwar nicht huebsch, deren Familie aber dafuer nicht nachvollziehbar reich ist ("Wir haben dreimal hintereinander im Lotto gewonnen...").

Ansonsten geht es uns allen prima hier, das Leben auf dem Dorf und die langen Regenfaelle geben einem viel Zeit fuer Melissa aber auch fuer ein anderes Hobby, das ich im letzten halben Jahr praktisch nicht mehr ausgeuebt habe: Lesen. Und Melissa hat alle Zeit-, Klima-, Windel-, Bett- und Essensumstellungen wie ein Profi vertragen und ueberstanden!

Sonntag, 4. April 2010

Ostern in Ecuador

Mit Melissa auf Transatlantik-Flug, ob diese Wiege beim Rueckflug in drei Monaten noch gross genug fuer sie ist?

Inzwischen sind wir von Ambato nach San Francisco zu Silvias Eltern weitergefahren, wo wir Ostern verbracht haben. Am Karfreitag und am Ostersamstag waren viele Verwandte da, ungefaehr 25. Waehrend die Maenner und Kinder im Wohnzimmer sassen und Videos guckten, hantierten etwa zehn Frauen in der Kueche herum (alle ausser einer Frau, was sofort auffiel und ueber die dann entsprechend gelaestert wurde) und bereiteten Fanesca, die traditionelle Ostersuppe zu. Die dicke Suppe enthaelt alles, was den Magen und Darm reizen koennte: weisser Mais (Choclo), Erbsen, Linsen, Chocos (Bohnen), Mellocos (kleine Kartoffeln), Porree, Ei, Kuerbis und Trockenfisch. Aber wir haben sie gut ueberstanden, auch Melissa hat hinterher keine Probleme von der angereicherten Muttermilch bekommen. Sie hat halt doch ecuadorianisches Blut in sich...

Die Maenner essen Fanesca, waehrend die Frauen weiter kochen

Mein Bruder Dirk kommt uns ja mit Robin und Ronja zur Hochzeit besuchen und hat gefragt, wie die Adresse der Eltern ist. Nun, in San Francisco gibt es keine Strassennamen oder Hausnummern, was auch nicht richtig noetig ist. Es gibt praktisch nur die Durchgangsstrasse von Baños nach Puyo. Hier fuer Dich, Dirk, die Wegbeschreibung: Nimm die Strasse von Baños nach Osten Richtung Puyo. Die Strecke fuehrt immer an den Bergen ueber dem Rio Pastaza entlang. Ihr fahrt durch alle 6 Tunnel. Das erste Dorf nach dem 6. Tunnel ist San Francisco, am einfachsten zaehlst Du die Bodenwellen (zur Verkehrsberuhigung) nach dem letzten Tunnel: nach der vierten Bodenwelle kommt rechts ein Zebrastreifen, das Haus dahinter ist das von Silvias Eltern (Lascano Lopez). Es gibt ein verwittertes, touristisches Ortsschild, auf dem man "San Francisco" aber kaum lesen kann. Sehr viel deutlicher ist ein Schild im Ort der "Policia San Francisco".

Der Dorfplatz von San Francisco, in der Mitte die Kirche, in der wir heiraten werden.

Am Karfreitag hatte auch Silvias Bruder John Geburtstag. Interessanterweise ist das am Freitag von keinem beachtet worden. John hat auch nichts gesagt, vielleicht hatte er Angst vor dem ecuadorianischen Guetelbrauch: Wie man auch auf unserer Hochzeit in Berlin sehen konnte, wird das Geburtstagskind am Geburtstag gerne mit einem Guertel geschlagen. Deshalb gibt kaum ein Ecuadorianer gerne zu, dass er Geburtstag hat... Am Ostersamstag sind aber Silvias Eltern dann doch nach Baños gefahren, und haben eine Torte fuer John gekauft. Es wird also in Ecuador nichts vergessen, auch wenn es manchmal so scheint. Auch die Fragen nach unserer Hochzeit und den Fotos kamen mit der Zeit, aber nicht gleich am Anfang.

Silvias Bruder John mit Geburtstagstorte, hinten Silvias Mutter.

Donnerstag, 1. April 2010

Zurueck in Ecuador

Unser Hochzeitsauto, ein 60 Jahre alter Bentley MK VI

Wir sind gestern gut in Ecuador angekommen, und was Melissa betrifft, hat sich der Spruch unseres Kinderarztes bewahrheitet: "Machen Sie sich keine Sorgen, die Eltern haben meist viel mehr Angst vorm Flug, als die Kinder dann wirklich Probleme haben!" Und auch die Zeitverschiebung von 7 Stunden hat Melissa prima verkraftet und schlaeft weiterhin die Nacht durch :-) Im Moment sind wir noch in Ambato bei Silvias Schwester und Bruder, morgen fahren wir nach San Francisco, wo wir ueber Ostern viele Tanten, Onkel, Cousinen und Cousins von Silvia sehen werden.

Ansonsten gibt es hier wie versprochen noch einige Bilder von der standesamtlichen Trauung.

Unsere wichtigste Unterstuetzung: Melissa mit ihrer zweiten Mutter Amparo

Vorm Standesamt mit meinen Eltern

Stephen begeistert an der Trommel mit zwei ugandischen Taenzerinnen

Alejandro und Jorge sorgen fuer Stimmung