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Dienstag, 22. August 2006

Leguane und ein Todesfall

Park der Leguane: Attraktion für Klein und Gross

Blick vom Hügel Santa Ana

Leguan-Skulptur

Am Freitag ist der Grossvater in der Gastfamilie gestorben. Das war sehr traurig, mein Gastvater Richard hat seinen Vater über alles geliebt und ihn die letzten Jahre aufopfernd gepflegt. Nun ging alles sehr schnell: Noch am selben Nachmittag und Abend erfolgte die Aufbahrung in einer Kondolenzhalle am Zentralfriedhof. Viele Verwandte, Freunde und Kollegen kamen, um ihr Beileid auszudrücken und Abschied zu nehmen. Am Samstag mittag wurde dann in der selben Halle der Totengottesdienst abgehalten, der immer wieder mit Gesang zur Gitarre aufgelockert wurde. Unter anderem wurde "Blowing in the Wind" auf spanisch gespielt. Anschliessend erfolgte dann die Kremation. An der Küste Ecuadors ist eine Erdbestattung unüblich, die gibt es mehr in der Sierra.

Am Samstag abend haben die AFS-Betreuer von Annika und mir, Galina und Wilmers sowie Galinas Sohn Andrey, mit uns eine Stadtbesichtigung per Auto (Volkswagen Käfer von 1958, ist hier noch oft zu sehen) und zu Fuss unternommen und uns danach in ihrer Wohnung zum Abendessen eingeladen. Dabei haben wir auch die Bahía, die Märkte in der Innenstadt, kurz kennengelernt. Ein Gewirr von Leuten und Ständen, überall Garküchen mit verlockenden Grills und Töpfen, billige Kleidermärkte und Obststände. Hier muss ich nochmal in Ruhe hingehen! Das orientalische Marktgefühl war ein Kontrast zur amerikanischen Super-Mall San Marino, in der ich mit Annika nachmittags gebummelt hatte. Die Wohnung von Galina und Wilmers war dann ein Museum mit Stücken aus der ganzen Welt, mit Schwerpunkt Europa und Russland, Galinas Heimat. Viele Stücke sind den beiden offensichtlich auch von den Austauschlern im Laufe der Zeit geschenkt worden. Es war ein sehr netter Abend mit Huhn und einigen Cuba Libre.

Am Sonntag war ich dann mit Teresa im Leguan-Park (siehe Fotos). Die Tiere hocken auf den Bäumen und kommen tagsüber zum Essen runter auf die Erde. Übrigens habe ich auch bei uns im Zoo El Pantanal schon wilde Leguane auf den Bäumen gesehen, genauso wie Reiher. Ein kleines süsses Faultier kam uns letzte Woche verstört vom Baum heruntergekrochen (ein Glücksfall, Faultiere schlafen 22h am Tag), als wir gerade mit dem Bau eines neuen Affengeheges beschäftigt waren. Die Natur ist in Ecuador so reichhaltig, dass die Tiere schon alleine in den Zoo kommen...