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Montag, 6. November 2006

Spontanes Ferien-Wochenende

Mit Annika, Sybille und Enrico im Parque Historico
Diese Woche war wieder sehr spontan, und das Sorglosprinzip, die stete Wendung zum Guten, hat auch Anwendung gefunden. Geplant war ja am Mittwoch mit Annika und meinen ganzen Gastbrüdern die Fahrt zum Fest nach Pasaje, und von Donnerstag bis Sonntag die Dienstreise zum Fest von Cuenca mit Tierausstellung.
Alle meine Gastbrüder kommen aus Pasaje, einer Kleinstadt in der Provinz Oro (Oro ist die Bananenhochburg der Welt), wo einmal im Jahr, immer zwei Tage vor dem Fest von Cuenca, ein Fest gefeiert wird. Das Fest beginnt morgens mit Festumzügen in den Strassen, abends spielen Gruppen auf vielen Bühnen Live-Musik, und es gibt viel Bier und Tanz. Praktisch ganz Pasaje ist die ganze Nacht auf den Beinen. Annika und ich waren wie bei meinem ersten Pasaje-Ausflug bei der Familie von Leo und Diego untergebracht, wir fuhren die 4 Stunden Busfahrt mittags mit dem ersten Trupp um Alex herum mit, Diego und Leo konnten wegen Vorlesungen erst später nachkommen. So besuchten wir mit Alex und Manuel erst einen Jahrmarkt mit Riesenrad, das für 75 Centavos so schnell und so lange drehte, dass uns allen schlecht wurde, am meisten Annika. In Deutschland drehen die irgendwie langsamer. Also wieder nach Hause zu Alex fahren und erstmal ausruhen.
Zwischendurch kam eine SMS aus Cuenca, wo mein Chef Richard schon seit Montag alles für die Ausstellung vorbereitete: es gäbe wegen der Feria leider keine Hotelzimmer mehr, die Dienstreise ist abgesagt, sorry für die Umstände. Wir sind ja spontan. Nun gab es für mich zwei Möglichkeiten: wie die anderen Gastbrüder bis Sonntag in Pasaje bleiben, genug Wäsche hatte ich ja mit, oder am Donnerstag mit Annika nach Guayaquil zurückfahren, wo Enrico und Sybille aus Esmeraldas von Donnerstag bis Freitag zu Besuch kamen. Die beiden Tage waren nämlich wegen der Feria von Cuenca in ganz Ecuador frei, was mir im Zoo oder sonstwo (von der Familie, von AFS) keiner gesagt hatte. Nichtswissend hatte ich mich ja freiwillig für diese 4 Tage gemeldet, um in Cuenca zu arbeiten, wo ich in einer Woche sowieso noch einmal für einen einwöchigen Kurzaustausch von AFS hinfahre. Die Sorglosigkeit hat mir dieses Problem nun von selber gelöst, und ich entschied mich dafür, Annika nicht alleine zurückfahren zu lassen und Sybille noch ein letztes Mal in Ecuador zu sehen.
Das Fest war dann sehr schön und ausgiebig, wir haben zwei Bands gehört, in denen ein Freund von meinen Brüdern bzw. der Gastonkel von Annika mitgespielt haben, Diego hat mir Miss Pasaje, seine Ex-Freundin, vorgestellt (die ich natürlich gerne mit Küsschen begrüsst habe), ich habe fast alle Bekannten von meinem ersten Besuch in Pasaje wiedergetroffen, viel getanzt und laut Annika wie alle anderen auch wohl viel getrunken. Um fünf Uhr nachts ging es zum Ceviche-Essen, um neun kurz zum Frühstück nach Hause, danach gleich weiter zu einem Fluss, wo wir bis zum frühen Nachmittag hin badeten. Danach ein leckeres Mittagessen bei Leos Eltern, dann zum Bus nach Guayaquil, endlich ein paar Stunden schlafen (im Bus) und Ankunft in Guayaquil um 18:00.
Sybille und Enrico waren Donnerstag früh mit Camilla und Emma angekommen, hatten sich die Stadt zu Fuss angeschaut, Camilla und Emma sind dann weiter die Ruta Del Sol an der Küste langgefahren, während Sybille und Enrico ins Kino gingen. Da wir sehr müde waren, fuhren wir vom Bus direkt zum Kino, trafen die anderen und hatten noch einen schönen Abend bei Kentucky Fried Chicken und in einem Park.

Enrico amüsiert sich und uns beim Tanzen.

Die nächsten beiden Tage waren sehr schön und deutsch, wir haben am Freitag zu viert Stadtbesichtigung gemacht und u.a. die Weihnachtsbäume und Krippen bestaunt, die hier seit dem 1. November überall aufgestellt sind, wirkt komisch in der prallen Sonne... Am Samstag haben wir uns mit Enrico (Sybille war schon abgereist) den ganzen Tag über nur vom Foodcourt ser Mall San Marino bis zum schräg gegenüberliegenden McDonald's bewegt und über Gott und die Welt philosophiert und uns prima unterhalten. Zwischendurch habe ich mit Narcisa das ausgefallene Krebsessen für den Sonntag verabredet (Sorglosigkeitsprinzip II).

Krebsessen bei Narcisa
Die Krebse und sonstigen Zutaten haben wir am Sonntag früh lebend auf dem Mercado Caraguay gekauft (22 Krebse für 10$), einem grossen Markt der sehr beeindruckend war: riesige Fische, Krustentiere, Obst, Gemüse, sonstige Lebensmittel... Die Krabben (cangrejos) ändern erst nach dem Kochen ihre Farbe und werden dann (krebs-)rot, eine andere Sorte (jaiba) wurde weissbraun. Zum Aufklopfen lagen Holzhammer bereit, dazu gab es Suppe und Krebs-Ceviche, einfach lecker, auch wenn der Aufwand des Knackens sehr gross ist und alles eine ziemliche Herum-Sauerei ist!
Achja, das Clasico Barcelona - Emelec fand heute wieder in Guayaquil statt, diesmal hat Barcelona 2-1 gewonnen und ist damit Zweiter in der Tabelle!
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