Translate

Dienstag, 8. April 2008

Wiedersehen mit Annika

Silvias Cousin Diego beherbergte uns in Quito

Nach ein paar Tagen im "Tal der Ahnungslosen" (Silvias Eltern wohnen in San Francisco, einem kleinen Dorf gut abgeschirmt von den Anden, so dass kein Handyempfang und kein Internet moeglich ist und nur ein Fernsehprogramm empfangen werden kann) schreibe ich nun aus einem Internetcafe in Baños. Annika und Felix sind ja auch gerade in Ecuador, und so war ich sehr froh, dass wir unsere Reiseplaene fuer ein Treffen abstimmen konnten. Annika und Felix haben einen schoenen Tag mit uns und Silvias Familie in San Francisco verbracht, wo wir uns Wasserfaelle angeschaut haben, ueber eine wackelige Haengebruecke (max. 5 Personen gleichzeitig!) gelaufen sind, und zum Grossteil (nicht jeder traute sich) mit einer Tarabita (Seilbahn) ueber eine Schlucht mit Wasserfall gefahren sind.


Silvias Vater, Nichte Maria Jose, Nichte Cristina, Bruder John, Neffe Andres, Silvia, ich, Annika und Felix vor der "Pailon del Diablo" (Teufelspfanne).

Gefahren sind wir mal wieder auf der offenen Ladeflaeche eines Pick-Ups, den wir auf der Strasse spontan angehalten haben, der Fahrer war ein Bekannter aus dem Dorf mit Spitznamen "Cuy" (Meerschweinchen). Abends hat uns Felix mit seinen lustigen Geschichten unterhalten, wir haben viel gelacht.

Die offene Gondel der Tarabita, wer traut sich?

Am naechsten Tag hatten Annika und Felix sich schon wieder zurueck nach Ambato und dann Guayaquil aufgemacht, als Silvia und ihre Mutter mir auf dem Grill das ecuadorianische Nationalgericht zubereitet haben:

Cuyes (Einzahl Cuy, Meerschweinchen) auf dem Grill

Zum Essen wurden zum Glueck der Kopf und die Pfoten entfernt, so dass man etwas abstrahieren konnte. Die Haut schmeckt schoen knusprig, aehnlich Schweinekrustenbraten, ansonsten hat man aber recht wenig Fleisch und viel Arbeit, dieses von den kleinen Knochen abzuknabbern...

Am Fusse des aktiven Vulkans Tungurahua

Gestern haben wir dann einen Ausflug nach Baños gemacht, dort in den heissen Quellen gebadet und uns von einem Taxifahrer zum Tungurahua fahren lassen. Dieser Vulkan ist seit ca. zehn Jahren wieder sehr aktiv, der letzte grosse Ausbruch war 2006 waehrend unseres Volontariats. Man sieht die grossen Graeben, in denen die Lava geflossen ist, und wenn die Wolken mal kurz die Sicht freigeben, kann man den Vulkan auch rauchen sehen.

Alltag in Ecuador:

Aus der beliebten Alltags-Reihe diesmal ein Foto einer typischen ecuadorianischen Dusche (Badewannen gibt es so gut wie nie). Das (Kalt-)Wasserrohr kommt direkt aus der Wand, an der warmen Kueste tritt es dann aus einem einfachen Duschkopf heraus. In der kaelteren Sierra ist im Duschkopf ein Elektroheizer integriert, so dass man lauwarmes Wasser erhaelt. Die Stromversorgung erfolgt meist ueber ein loses Elektrokabel von einem Trafo. An der Dusche haengt ein laengerer Schlauch, ueber den man ebenfalls das warme Wasser erhalten kann, den aber nie jemand benutzt.

typische Dusche in Ecuador