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Donnerstag, 23. August 2018

Urlaub in Uganda 3

Miracle Center Kathedrale

Am ersten Sonntag haben wir in Entebbe eine Art Taufgottesdienst (Dedication) für Steves Tochter Michelle und einen Dankesgottesdienst für die überstandene schwere Erkrankung von Steves Vater erlebt. Das Miracle Center ist inzwischen eine Kathedrale (eingeweiht 2011 mit Präsident Museveni) und Pastor Aaron Mutebi ist noch aktiv und lautstark wie vor elf Jahren. Zum zweiten Mal stehe ich hier auf der Bühne, diesmal mit Steves Familie. Das Thema des Gottesdienstes ist diesmal "Arbeit mit deinen Händen, der Schlüssel zum Erfolg". Er zeigt als Beispiel Fotos, wie er selbst mit Freiwilligen 1998 die erste Kirche gebaut hat und wie erfolgreich er und seine Kirche inzwischen sind, allein durch die Arbeit seiner Hände. Nicht schlecht. Besser als sich nur auf Entwicklungshilfe zu verlassen.

Vor der Kirche

Auf der Kirchenbühne bei der Taufe von Michelle
Die Kirche betreibt auch ein Internat, so tanzen die Schüler beim Gottesdienst

Verkehr

Der Verkehr hat in den letzten elf Jahren deutlich zugenommen. Zwischen den Sammeltaxis und Boda-Bodas gibt es nun auch viele Privatautos. Die Moftaxis fahren in Entebbe weiter ohne Helm, in Kampala meist mit, auch für den Beifahrer. Um sechs Uhr abends kommt der Verkehr im Zentrum Kampalas fast völlig zum Erliegen, außer den Boda-Bodas, die sich überall vorbeidrängen. Man muss dann die Autotür verriegeln, um im Stau nicht von Passanten beraubt zu werden. Zwischen Kampala und Entebbe gibt es jetzt die erste Autobahn, bald mautpflichtig, von Uganda. Die ist noch ganz leer, die Leute müssen sich damit noch vertraut machen.

Auto ohne Nummernschild

Fast wären wir eine halbe Stunde vor diem Ziel umgedreht, da wir inmitten von Sandbuckelpisten keinen Weg zum Wasserfall mehr erwarteten

Wir haben diesmal einen Van mit Fahrer gemietet, eine sehr gute Wahl. Tagsüber muss man auf den Straßen den Schlaglöchern ausweichen oder durch die Buckelpisten surfen, abends sieht man nichts (praktisch keine Straßenbeleuchtung) und wird von entgegen kommenden Autos mit Fernlicht geblendet. Dazu kreuzen ständig Fußgänger, Radfahrer und Mofas den Weg. Am ersten Tag bleibt der Fahrer auf einmal in Kampala stehen und steigt aus. Nach einer Weile merken wir, dass er den Reifen wechselt. Nach einer Viertelstunde geht es mit Notrad weiter zu unserer Party, nach der Party ist der richtige Reifen schon wieder repariert und montiert.

Während des Biers mit den Onkeln wird der Reifen repariert.

Der Weg nach Jinja und zu den Itanda Falls war unsere längste Autofahrt, 4 Stunden hin und 5 Stunden zurück. Zwischen Kampala und Jinja kamen wir in eine Polizeikontrolle. Unser Fahrer stieg aus und nach einer Weile gibt es einen lauten Knall am Heck. Der Polizist hat das hintere Nummernschild abgerissen. Ein anderer Fahrer war mit dem Auto mal zu schnell unterwegs und hat die Strafe nie bezahlt. Jetzt hat der Autovermieter eine Woche Zeit, die Strafe nachzuzahlen. Zehn Minuten später kamen wir in die nächste Straßensperre. Die Polizistin erkundigt sich zuerst nach dem Baby, ob es ihm gut gehe und fragt dann, warum wir kein Nummernschild hinten haben. Der Fahrer erzählt die Geschichte. Die Polizistin will wissen, ob wir eine Quittung für das Nummernschild bekommen haben, haben wir nicht. Dann lässt sie uns weiterfahren. Der Fahrer hat am nächsten Tag keine Lust mehr auf das Auto ohne Nummernschild und holt uns in einem anderen Van ab. Das alte Auto sehen wir nicht wieder.