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Samstag, 30. Dezember 2006

Urlaub in Berlin

Mit Yuli (und Annika) in Riobamba

Ich bin wieder in Berlin angekommen und fühle mich hier wie im Urlaub, nach 12 Tagen geht es ja schon wieder weiter. Die letzten Tage waren noch einmal chaotisch organisiert von AFS: am Dienstag früh (2. Weihnachtsfeiertag, der in Ecuador normaler Arbeitstag ist), flogen wir von Guayaquil nach Quito, nach tränenreichem Abschied am Flughafen von den Familien. In Quito erfuhren wir dann, dass AFS uns für die letzte Nacht in Ecuador wieder auf dem Campamento Nueva Vida ausserhalb von Quito einquartieren wollte. Das muss man sich mal vorstellen, inzwischen hatten wir natürlich auch in Quito allerlei Bekannte, von denen wir uns verabschieden wollten, der letzte Abend in der Wildwest-Bar in Quito war schon organisiert, und AFS will uns jwd (für die Nicht-Berliner: janz weit draußen) auf einem Campingplatz unterbringen, weil dort die Kosten ein paar Dollar niedriger sind. Enrico, Annika und ich waren uns sofort einig, dass wir notfalls in Quito in ein Hotel gehen (für 7 Dollar), aber Enrico hatte eine noch bessere Idee, nämlich seine Gastmutter vom Kurzaustausch zu fragen, ob wir die eine Nacht in ihrem Haus verbringen können. Das ging dann auch ohne Probleme, und so lernten Annika und ich auch diese sehr nette Familie noch einen Tag lang kennen, und der Abend in Quito mit Ximena (Enricos Spanischlehrerin) in der Wildwest-Bar war auch gerettet. Am nächsten Tag dann der Witz: Unser Flug (übrigens auch der von Tim nach Australien) ging von Quito über Guayaquil und dann weiter nach Madrid. So waren wir also 1,5 Tage später wieder am Flughafen von Guayaquil und haben uns gefragt, wofür uns AFS eigentlich nach Quito geschickt hatte...
In Berlin dann die Eingewöhnung/Umgewöhnung:
  • Es ist so ruhig hier, selbst auf der voll belebten Einkaufsmeile Schlossstrasse schweigen sich die Menschen an, kein Geschrei der fliegenden Händler, es sind keine Autohupen zu hören, die Busse fahren fast lautlos.
  • Ich habe im Moment keinen Festnetzanschluss, brauche also ein Cyber wie in Ecuador, das sind Internet-Cafés, aus denen man auch billig ins Ausland telefonieren kann (in Ecuador kostet das weniger als 10 Centavos die Minute nach Deutschland). Der erste Anlauf bei dunkin donuts/easy internet ist ein Reinfall, die haben nur reine Terminals, von denen man keine Dateien/Bilder ins Internet laden darf. Telefonieren geht dort auch nicht. Vom Handy kostet es über 3 Euro die Minute nach Ecuador. Heute habe ich nun ein Cyber in Berlin-Steglitz in der Albrechtstraße gefunden: mit CD-Laufwerk und 25 Eurocent Tarif nach Ecuador. Geht doch.
  • Der 30°-Temperaturunterschied fällt nicht so schwer aus wie gedacht, ich laufe mit meiner coolen Alpaka-Andenmütze herum (wahrscheinlich bin ich der einzige, der die cool findet...) und schwitze mit Pulli und dicker Jacke.
  • Annikas Mutter hat mir ihre alte Digitalkamera geschickt, klein, kompakt, genau das richtige für Afrika. Vielen Dank!!
  • Zuhause lege ich meinen mp3-Sampler mit Latino-Musik ein (Reggaeton, Salsa, Bachata, Vallenato). Meine Gedanken schweifen zurück in eine andere Welt.

Hier noch ein paar Bilder aus Riobamba und Banos, danke an Annika, die eine Super-CD mit Bildern als Weihnachtsgeschenk verteilt hat!

Unplanmäßiger Halt auf der Zugfahrt zur Teufelsnase, da ein Erdrutsch die Gleise versperrt.

Wir haben gerade die geräumte Strecke passiert.

Die Teufelsnase, der Schienenbus fährt nach rechts, um gleich darauf rückwärts links runter zu fahren.

Melcocha, die Süßigkeiten aus Zuckerrohrsirup in Banos, werden um eine Astgabel geschleudert, um sie zum Aufschäumen mit Luft anzureichern.

Banos liegt spektakulär in den Anden an einem Steilhang zum Fluss.