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Sonntag, 17. Dezember 2006

Gestohlene Kameras und Galapagos

Also das Diebstahlrisiko in Südamerika ist schon ganz schön gross, ausser meiner Kamera sind auch anderen Voluntären Sachen "abhanden" gekommen, Enrico seine Kamera und sein Handy, und Sybilles Eltern beim Besuch in Esmeraldas die Kamera. Auch im Zoo kenne ich zumindest zwei Mitarbeiterinnen, denen das Handy geklaut wurde. Die Story von Sybilles Eltern ist interessant, sie werden es mir hoffentlich verzeihen, wenn ich hier davon berichte:

Die letzten zwei Wochen waren Sybilles Eltern zu Besuch in Ecuador. Bei einem Bummel in Esmeraldas ist dem Vater auf der Strasse aus der Gürteltasche die Kamera entrissen worden, und zwar nicht so unauffällig wie mir beim Shakira-Konzert, sondern richtig mit Wegreissen, Wegrennen und anschliessender Verfolgung durch den Vater, bis dieser zurückgehalten wurde, weil er bei der Verfolgung einen unsicheren Bezirk erreicht hatte, aus dem man als Gringo normalerweise nicht mehr unbeschadet herauskommt. Der Verlust war umso schmerzlicher, als nicht nur die Kamera, sondern auch alle vorher bei der Rundreise in Ecuador gemachten Fotos auf dem Speicherchip weg waren.

Was tun? In Esmeraldas wird die Sache so gelöst: Irgendjemand (ich glaube aus Sybilles Gastfamilie) bot sich als Mittelsmann zur Esmeralder Szene an, die Stadt ist ja klein und jeder kennt sich, und nahm Kontakt zu den Räubern auf. Der Wunsch war, die Kamera, zumindest aber den Speicherchip mit den Bildern, gegen einen Obulus wieder zu bekommen. Nach einem Tag war der Kontakt hergestellt, ein Angebot lag vor, und für 120$ wurde die Kamera mit Chip zurückgekauft. Sie hat zwar Schrammen und das Gehäuse ist halb aufgebogen, funktioniert aber noch einwandfrei, die Bilder sind auch noch alle drauf und Familie Luhmann hat ein Andenken mehr von Ecuador und eine spannende Geschichte zu erzählen. Mir wurde die Geschichte von den Eltern persönlich am Vorabend zur Galapagosreise in einer mexikanischen Bar in Quito erzählt und die Kamera gezeigt.

Zu Galapagos kann ich gar nicht viel schreiben, man muss dazu einfach die Fotos sehen, die ich nächste Woche sicherlich ergänzen werde (Dank an Annika, die fleissig fotografiert!). Nur so viel, wir haben uns auf der Isla Santa Cruz einquartiert und unternehmen von hier täglich, meist mit dem Schiff, tolle Ausflüge zu Nachbarinseln mit Traumstränden und einmaliger Flora und Fauna. Wir haben gesehen: natürlich die Galapagos-Riesenschildkröten, Wasser- und Land-Leguane, Blaufusstölpel, Flamingos, Fregattvögel mit dem aufgeblasenen roten Brustsack, Robben, Haie, aus dem Wasser springende Manta-Rochen, Delphine, Pelikane, die Darwin-Finken, Opunzien-Kakteen mit Baumstämmen und vieles mehr.

Dies ist mein 50. Blog-Eintrag und ich möchte mich bedanken für die Geduld und Ausdauer meiner fleissigen Leser! Liebe Grüsse nach Deutschland, in zwei Wochen bin ich wieder kurz in Berlin.