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Freitag, 1. Januar 2010

Besuche von Mariano und Rashmi

Wir treffen Mariano mit Frau Roberta und Tochter Elena, von Melissa ist nur links der Griff des Kinderwagens zu sehen...

Im Dezember kamen zwei meiner Weggefährten in Vietnam und Uganda zu Besuch nach Berlin. Den Anfang machte mein italienischer IBM-Kollege Mariano mit seiner Frau Roberta und Tochter Elena, die den italienischen Feiertag Mariä Empfängnis (8. Dezember) für ein verlängertes Berlin-Wochenende nutzten. Wir hatten einen netten Abend in einem vietnamesischen Restaurant (wo sonst?) und erfuhren, dass Elena (12 Jahre) immer noch schwer beeindruckt ist, dass ihr Vater das Herz einer Kobra gegessen hatte.

Silvester bekommen wir Besuch von Rashmi und ihrem Verlobten Pieter

Gestern dann besuchte uns Rashmi mit ihrem Verlobten Pieter. Rashmi ist Nepalesin, studiert zur Zeit Entwicklungshilfe in Den Haag und hat Pieter aus Belgien während ihres Uganda-Einsatzes in Bundibugyo kennen gelernt. Im Juli 2011 heiraten sie, genau 2 Jahre nach ihrer Verlobung, wie es in Nepal üblich ist. Nach dem Kaffee stürzten sich die beiden dann in die Massen am Brandenburger Tor, während wir mit Melissa gemütlich ihr erstes Silvester zu Hause feierten.

Weihnachten: Geschenk von Tante Amparo

Weihnachten haben wir mit Silvias Schwester Amparo gefeiert, und hier hat sich Melissa schon über viele Geschenke aus ganz Deutschland gefreut...

Mutter und Tochter stimmen sich auf Weihnachten ein

Mittwoch, 13. Juni 2007

Der Suedwesten Ugandas

Eine Woche Reisen in Uganda ist schon ein Erlebnis. Wir haben den Suedwesten erkundet, und dabei alle hier denkbaren Transportmittel benutzt: natuerlich das Sammeltaxi, den Reisebus, einen Pickup-Truck (einmal davon hinten auf der Ladeflaeche), Boda-Bodas, normale Taxis und einmal auf einem Truck der Nationalpark-Wildhueter. Im Sammeltaxi haben wir den Rekord gebrochen, statt der 14 erlaubten Fahrgaeste waren wir 26, statt 3-4 Passagieren pro Reihe sassen in unserer Reihe 6 ausgewachsene Erwachsene, einer davon auf dem Schoss des Schaffners. Eine kraeftige Frau musste in der Reihe hinter uns gebueckt stehen, ihr Hinterteil ragte dabei weit aus dem Fenster heraus. Die 45 Minuten zu dritt auf einem Mofa von Rashmis Dorf Kabutabule bis nach Bundibugyo wurden zur Qual, weil die Beine und der Bauch staendig angespannt waren. Da es keine Fahrplaene gibt (der Fahrplan heisst: abfahren, wenn der Bus/das Taxi/der Pickup voll ist), weiss man nie, wo man abends ankommt, am ersten Tag mussten wir in Fort Portal uebernachten, da es schon zu spaet zur Weiterfahrt war, die Bergstrassen nach Bundibugyo wollten wir nicht im Dunkeln zuruecklegen.

Prossy und Rashmi an der kongolesischen Grenze

In Bundibugyo gibt es weder Strom noch fliessend Wasser, der Distrikt ist vom restlichen Uganda durch das hohe Rwenzori-Gebirge abgetrennt und fuehlt sich wahrscheinlich mehr dem Kongo zugehoerig. Am Grenzfluss herrscht reger Verkehr, es gibt keine Bruecke, der Weg fuehrt direkt durch das seichte Wasser ins andere Land. Schon auf der Pickup-Ladeflaeche wurde ein buntes Gemisch von Franzoesisch, Englisch und kongolesischen und ugandischen Stammessprachen gesprochen. Gewaschen wurde alles (Kleider, Koerper, Autos) im Fluss, aus dem auch die Wasserkanister gefuellt werden. Das Wasser wandert dann aus dem Kanister in eine Plastikschuessel, wird mit Chlorloesung behandelt, und schon kann es zum Baden in der Bambusdusche benutzt werden:

Badezimmer in Kabutabule, der Bambuszaun geht mir bis zur Huefte...

Da wir keinen Strom haben, sitzen wir in der Dunkelheit kurz draussen, bewundern den Sternenhimmel und das Rwenzori-Gebirge, essen und gehen dann recht frueh schlafen.

Blick auf das Tal von Bundibugyo, im Hintergrund liegt Kongo

Nationalpark

Mein erster Nationalpark in Uganda ist zugleich der aelteste, der Queen Elizabeth Nationalpark, gegruendet 1952. Schon beim Betreten des Parks explodieren auf einmal die Preise, bzw. sie werden gleich in Dollar abgerechnet, die Zahlen sind dann nicht ganz so gross... Wir werden etwas von den Preisen ueberrascht, haben kaum noch Geld fuer Ausfluege, die Visa-Karte wird nur in einem Nobelhotel akzeptiert (wo wir lecker europaeisch essen), es gibt keinen Geldautomaten, es ist Wochenende. Wir machen das beste daraus, u.a. eine Safari zu Fuss mit einem Wildhueter. Auf einmal hat Prossy das Gefuehl, das ich sonst immer habe: sie ist die einzige Afrikanerin unter lauter Weissen.

Queen Elizabeth Nationalpark, im Hintergrund der Edward-See, Grenze zum Kongo

Nationalpark: wer sieht die beiden Bueffel?

Bootsverkehr auf dem Lake Bunyonyi

Unsere letzte Station ist der Lake Bunyonyi, wahrscheinlich der schoenste See Ugandas. Umgeben von Bergen und mit vielen Inseln ist er ein beliebtes Reiseziel von Weissen. Kalt ist es hier, sogar tagsueber muss man einen Pullover tragen. Die Schweiz von Uganda...

Prossy gefaellt es am Lake Bunyonyi

Montag, 4. Juni 2007

Juni = Reisemonat!

Tina Rose
Der letzte Monat eines Voluntaers ist immer der Reisemonat, und so hatte ich meine letzte Stunde der Computerklasse auf Freitag, den 1. Juni gelegt. Das Reisen hier ist gar nicht so einfach, die anderen Voluntaere sind entweder schon wieder abgereist oder sind seit August letzten Jahres hier und haben schon alles gesehen. Und die meisten Ugander reisen nicht, ausser zu Familienfeiern. Doch nun habe ich doch einige Reisepartner gefunden und ein Programm zusammengestellt, mal sehen, ob es auch so klappt, das weiss man ja in Afrika nie...

Rashmi
Begonnen habe ich am Samstag mit einem Tagesausflug mit Tina Rose nach Jinja zur Quelle des weissen Nils. Dort entspringt der Nil kraftvoll dem Viktoriasee (so sehen es zumindest die Ugander, andere Quellen sehen den Ursprung noch vor dem Viktoriasee in Ruanda und Burundi), schon nach dem ersten Kilometer so kraftvoll, dass er in dem Owen-Falls-Staudamm den gesamten Strom fuer Uganda produziert. Gut, der Strom reicht nicht aus fuer das ganze Land, es gibt sehr haeufig Stromausfaelle, und so wird in Kuerze ein zweites Wasserkraftwerk einige Kilometer flussabwaerts gebaut. Doch vorher konnten wir noch die ungekuerzte Wildwasserfahrt auf dem Nil erleben: ca. 30 km lang, neun Stromschnellen/Wasserfaelle, vier davon 5. Grades. Das ist der hoechste Grad, der Amateuren zugemutet wird. Laut Lonely Planet wird hier das beste Whitewater-Rafting der Welt geboten, und es hat sich wirklich gelohnt. Wir schwammen im Nil, paddelten das Schlauchboot, liessen uns von den Stromschnellen durchschuetteln und nassspritzen, selbst Tina als einzige Afrikanerin auf dem Boot war hinterher total begeistert. Anschliessend gab es bei einem Barbecue natuerlich Viktoriabarsch (der auf englisch und eigentlich auch auf deutsch als Nilbarsch bezeichnet wird) und ein zuenftiges Nile Bier, laut Werbung die "wahre Belohnung von der Quelle" (die Nile Brauerei befindet sich nebenan an der Nilquelle). Und ich hatte meine erste heisse Dusche seit Silvester in Berlin...

Prossy
Am Abend passierten wir auf dem Rueckweg das Nelson-Mandela-Stadion in Kampala, wo ein alter Bekannter, naemlich Berti Vogts gerade mit seiner Truppe aus Nigeria 2-1 gegen Uganda verloren hatte. Es herrschte Volksfeststimmung auf den Strassen, Nigeria ist das ranglistenstaerkste afrikanische Land, und beim Hinspiel in Nigeria vor ein paar Wochen ist Uganda in der letzten Minute um ein Tor betrogen worden und verlor 1-0. Nun feierte die Menge die geglueckte Revanche des Davids gegen den Goliath, tanzte auf den Strassen, auf Bussen und jubelte den Weissen zu, die gerade vom Nil zurueck kamen.

Jocelynn
Morgen geht meine Tour zusammen mit Prossy weiter nach Bundibugyo zur kongolesischen Grenze. Dort besuchen wir Rashmi, die Voluntaerin aus Nepal, die seit August letzten Jahres dort arbeitet. Anschliessend wollen wir nach Sueden durch den Queen Elizabeth Nationalpark nach Kabale und an den schoenen Lake Bunyonyi fahren.

Die dritte Reise geht kurz vor meinem Abflug nach Masindi, der Heimat von Jocelynn. Dort besuchen wir ihre Eltern und anschliessend wird hoffentlich Zeit fuer einen Abstecher in den Murchison Falls Nationalpark bleiben.

Samstag, 21. April 2007

Ausflug zum Lake Nkuruba

Nachdem ich die letzte Zeit nicht zum Schreiben gekommen bin, weil abends gerade mein zweiter Projektmanagement-Kurs laeuft und ich am Wochenende immer verreist bin, hier zumindest ein paar Bilder der letzten Woche:

Ostermontag in Kasenyi, einem kleinen Fischerdorf nahe Entebbe. Von hier aus fahren ebenfalls Fischerboote in Richtung Ssese-Inseln ab, die haben wir aber nicht genommen. Hier der Reisebericht einer Muzungu, gefunden im Internet.

Auf einem Huegel nahe dem Lake Nkuruba, Fort Portal, in der Naehe der kongolesischen Grenze. Das Wochenende nach Ostern verbrachte ich hier mit Rashmi und Jonas.

Auf unserem Campingplatz direkt am Lake Nkuruba sehen wir viele dieser Affen mit langem Schwanz in den Baeumen herumspielen. Sie gehoeren zur Gattung der Meerkatzen.

Rolex, das ist in Uganda keine noble Uhrenmarke, sondern ein zusammengerollter Chapati (indischer Mehlfladen), in dem ein Ruehrei steckt. Schmeckt sehr lecker und wird an jeder Strassenecke angeboten. Die Zubereitung wirkt immer etwas schmuddelig, aber die heisse Pfanne toetet alle Keime ab...

Der Westen Ugandas ist sehr gebirgig und geht in das Rwenzori-Gebirge ueber. In diesen Hoehen waechst Tee, rechts eine Teeplantage.

Ein paar Sekunden, nachdem ich dieses Foto gemacht habe, platscht es laut fuenf Meter weiter rechts im Wasser. Wir koennen gerade noch den Kopf eines abtauchenden Nilpferdes erkennen, das davon schwimmt. Unser erstes "Hippo" in freier Wildbahn!

Das Rwenzori-Gebirge im Hintergrund, hier wird auch Mineralwasser abgefuellt. Das Gebirge ist eins der hoechsten Afrikas.

Maria (links) und ihre Freundin haben sich fuer das Kasiki fein gemacht, den Jungesellenabschied von Florence Favor aus meiner Gastfamilie, die am naechsten Samstag heiratet. Maria ist eine suesse Nervensaege und wohnt waehrend der Schulzeit bei uns.

Montag, 9. April 2007

Das Osterwochenende in Bildern


Karfreitag frueh ist schon Osterverkehr auf der Strasse vor meiner Haustuer.


In Entebbe treffe ich mich mit Jonas (daenischer Voluntaer) und Rashmi (englische Voluntaerin mit nepalesischen, indischen und tibetischen Wurzeln).


Die einzige Faehre auf die Ssese-Inseln sollte um zwei ablegen, um eins sehen wir sie nur noch von hinten. Was nun? Auch in Afrika laesst man sorglos alles auf sich zukommen, es geht schon immer irgendwie weiter. Ein grosses, einfaches Fischerboot springt ein und bringt die ca. 50 wartenden Fahrgaeste auf die Inseln.


Die Rettungsweste hat sich dieser Mann selbst mitgebracht. Waehrend der fuenf Stunden Ueberfahrt (die Faehre benoetigt drei Stunden) unterhaelt uns ein Gospel-Chor.


Auf Ssese-Islands uebernachten wir auf dem Campingplatz eines Hollaenders, statt einer morgendlichen Dusche laufen wir lieber die zehn Meter zum Strand!


Die drei Farben rot, gruen und blau (Erde, Baeume, Himmel) werden mir immer fuer Uganda in Erinnerung bleiben. Im Hintergrund der typische Nebel am Waldhang.


Muzungu! Bye, Muzungu!


Was machen die Maenner am Samstag nachmittag, waehrend die Frauen kochen? Na klar, es wird englische Premiership Fussballliga geguckt, hier Chelsea mit Michael Ballack gegen Tottenham! Eintritt in die Holzhuette: 1000 Shilling (45 Eurocent) pro Spiel.


Rueckfahrt auf einer anderen Route, unsere Sammeltaxe wartet auf die Faehre nach Masaka, vergeblich, wie sich bald herausstellt, die Faehre hat einen Motorschaden. Was nun? Diesmal setzt uns ein kleines Holzboot innerhalb von einer halben Stunde ueber.


In der Gegenrichtung ist ein Matooke-Laster gestrandet, gibt es heute noch eine Ueberfahrt?


Die zweite Aequator- Ueberquerung an diesem Wochenende erfolgt auf dem Landweg, die erste erlebten wir im Boot. Der Aequator verlaeuft ein paar Kilometer suedlich von Entebbe durch den Viktoriasee, Entebbe liegt auf 0 Grad und 4 Winkelminuten noerdlicher Breite.