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Donnerstag, 3. Januar 2013

Weihnachten und Silvester

Gruppenbild mit Pute und Weihnachtsmützen
Weihnachten haben wir in San Francisco gefeiert. Am Sonntag, dem 23.12. kamen Silvias Tanten und Kusinchen zu Besuch. Es gab Hackfleischrollbraten (von Kusinchen mitgebracht) und Schweinebraten (Hornado) von Tante Mercedes und Tante Rosa. Heiligabend war dann nur der "kleine Kreis" mit immerhin noch 14 Personen mit der engen Familie da. Hier haben wir uns Truthahn liefern lassen (und bei der Internetrecherche eben habe ich festgestellt, dass Truthahn und Pute praktisch dasselbe ist: Truthahn ist das Männchen, Pute das Weibchen). Klassisch wird erst gegen 22:00 / 23:00 aufgetischt, um Mitternacht folgt dann die Bescherung. Für Melissa haben wir das etwas vorgezogen. Sehr amerikanisch (wir sind ja auch in Amerika :-) ) haben wir Weihnachtsmützen angezogen (die übrigens auch gerne an der Supermarktkasse getragen werden). Statt eines Bunten Tellers gab es ein Bonbon- und Kekstütchen für jeden, was Amparo verschenkt hat. Amigo Secreto war sehr lustig, da die Geschenke nacheinander persönlich überreicht wurden.

Silvesterpuppen in Ecuador
Wer ist dieser kleine Clown?
Silvester waren wir dann bei Rosa in Puyo. Es gibt hier ungewöhnliche Silvesterbräuche: Es werden lebensgroße Puppen gebastelt, oft mit einem Pappschild kommentiert und dann vor die Tür auf die Straße gestellt. Die dargestellten (überwiegend Männer) sind meist Politiker oder Sportler, die sich im vergangenen Jahr profiliert haben (meist negativ, aber auch positiv) und erinnern damit entfernt an unsere Karnevalsfiguren. Um Mitternacht werden diese viejos (von año viejo, altes Jahr) dann auf der Straße verbrannt. Sehr beliebt dieses Jahr war z.B. Vizepräsidentschaftskandidat Jorge Glas, der Teile seiner Doktorarbeit kopiert haben soll. Die Politik gleicht sich doch weltweit... Gleichzeitig sieht man als Witwen verkleidete Männer, die auf den Straßen Schranken aufbauen und Wegezoll für ihre toten Männer (die Puppen) verlangen.

Wegezoll (Video)

Zu guter Letzt gibt es überall Masken und Perücken zu kaufen, mit denen man auf die Party geht. Die Party spielt sich bis Mitternacht auf den Straßen ab, es ist ja warm und man schaut sich die Puppen an. Um Mitternacht dann Anstoßen (der Sekt hier schmeckt ungenießbar süß), Anschauen der brennenden Puppen und Feuerwerk, danach besucht man eventuell Verwandte in der Nähe, die Familie von Diegos Frau (Rosas Schwiegertochter) kam z.B kurz vorbei. Und dann geht man zum Tanzen bis zum Morgengrauen. Letzteres konnten wir mit Melly nicht machen, worauf sie vor dem Einschlafen sagte: "Ich bin noch nicht müde, ich will noch tanzen!" Typisch Latina halt. Fünf Minuten später war sie eingeschlafen...

Teufelchen Amparo und Rosa