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Montag, 26. Februar 2007

Ein Oscar fuer Uganda

Forest Whitaker mit dem Oscar fuer den besten Hauptdarsteller (Idi Amin) im Film "The Last King of Scotland"

Uganda hat gestern nacht einen Oscar gewonnen, das ist doch mal was! Ok, es war ein amerikanisch/britischer Film, der Preistraeger Forest Whitaker ein US-Amerikaner und der bedeutendste ugandische Schauspieler im Film spielt die Nebenrolle des Sicherheitschefs von Idi Amin. Aber immerhin, der Film wurde in Uganda gedreht und schliesslich spielt die Geschichte hier. Wann wurde zuletzt ein bedeutender internationaler Film in Uganda gedreht? Ich weiss es nicht. Die meisten in Afrika spielenden Filme werden naemlich der Einfachheit halber in Suedafrika gedreht, selbst wenn der Film woanders spielt (so z.B. der Film Hotel Ruanda ueber den Genozid in Ruanda). Der letzte Koenig von Schottland lief am Freitag in Kampala an, im Cineplex-Kino in Garden City, der einzigen Einkaufsmall in Uganda. Wahrscheinlich ist das auch das einzige Kino in Uganda, zumindest das einzige moderne Multiplexkino. Das Gedraenge zur Premiere am Freitag muss gross gewesen sein, der Regierungs-Tageszeitung The New Vision war es heute zumindest einen Cartoon auf der Kommentar-Seite wert:

Tickets for the critically acclaimed film, The Last King of Scotland, sold out as the movie opened to the public at Cineplex Cinema on Friday

Morgen werden sich die Meldungen nach dem Oscar-Gewinn dann wahrscheinlich ueberschlagen...

P.S.: Einen Tag spaeter war natuerlich Forest Whitaker wie erwartet ganzseitig auf dem Titelblatt der New Vision abgebildet. Ein anderer internationaler Film, der in Uganda gedreht wurde, war der letzte James-Bond-Film, allerdings nur die Eroeffnungsszene mit einem Strassenschild nach Mbala, der Heimat vom Rebellenfuehrer
Joseph Kony der Lord's Resistance Army (LRA), die seit 20 Jahren einen grausamen Kinderkrieg in Nord-Uganda und Sued-Sudan fuehrt.

Sonntag, 25. Februar 2007

Stephen in Berlin

Was hat man frueher nur ohne Internet gemacht? Gestern hat mein Kollege und Gastbruder Steve meine Familie in Berlin besucht. Heute kann ich dank einer e-Mail meines Bruders Kai schon Fotos zeigen und dabei gleich mal sehen, wie das Wetter in Berlin gerade ist. Ich sehe blendende Sonne und das Internet-Thermometer rechts zeigt mir 12 Grad C an. Ein warmer Wintertag also, aber fuer Steve scheint es doch etwas kalt zu sein. Kein Wunder, hier in Uganda ist es das ganze Jahr ueber zwischen 25 und 30 Grad C warm. Abkuehlung gibt hier es nur, wenn es regnet, wie heute und gestern abend. Dann ziehe ich mir schon mal eine Strickjacke ueber das kurzaermelige Hemd. Eigentlich ist jetzt keine Regenzeit, die sollte im Oktober/November und April-Juni sein. Aber auch hier zeigen die globalen Klimaveraenderungen Wirkung und es regnet nun relativ haeufig auch zwischendurch. Und das dann wie aus Kuebeln, die meist unbefestigten Strassen verwandeln sich dann in rote Schlammbaeche. Regenschirme sind selten, viele Frauen ziehen sich aber bei Regen einfach eine weisse oder schwarze Plastiktuete auf den Kopf.

Mein Vater, Steve, Dirk und Robin vor dem Steakhouse

Im Restaurant

Steve bei meinen Eltern

Samstag, 24. Februar 2007

Frauen und Maenner in Uganda

Habibah sucht einen deutschen e-Mail-/Brieffreund

In meinem Computerkurs im Afrika Mentoring Institute sind ein paar 19-jaehrige Damen (Habibah, Margie und Flavia), die mir ihre Ansichten ueber ugandische Maenner verraten haben. Sie haben meist keinen festen Freund, weil man den Ugandern nicht trauen koenne. Sie seien nicht treu, unehrlich und uebertruegen ruecksichtslos AIDS. Deshalb suchen sie nach auslaendischen Maennern, vorzugsweise Europaer und Amerikaner. Und die Frauen? Da solle ich vorsichtig sein, viele schauen nur auf's Geld des Mannes, ist das alle, lassen sie einen gnadenlos fallen. Schuelerinnen nehmen sich z.B. einen Boda-Boda-Fahrer zum Freund, um umsonst gefahren zu werden. Studentinnen haben gleich drei Liebhaber: einen Aelteren zum Einkaufen, einen Mitstudenten fuer die Hausaufgaben und Examen und einen echten Liebhaber, der einfach nur gut aussieht. Heiraten tun sie aber keinen der drei. Margie meint, mit 19 ist sie zu jung fuer einen festen Freund, sie wird im August 20 und dann faengt sie an mit der Suche, natuerlich nur einen Muzungu. Habibah sagt, Frauen sollten erstmal ihre Ausbildung abschliessen, bevor sie Kinder kriegen. Sonst stehen sie vor dem Nichts, wenn der Mann sie fallen laesst, was hier oft passiert. Margie bietet mir an, mir Single-Frauen im Alter von Mitte 20 zu vermitteln, die gaebe es hier genug. Wonach ich denn suche? Nur Flavia ist immer etwas still, wenn es um Maenner geht. Sie erzaehlt mir dann eines Tages, sie sei von ihrem Ex-Freund vergewaltigt worden. Sie versteht sich aber gut mit ihm und stellt ihn mir gestern beim Fischessen am Strand vor. Henry hat an der renommierten Makarere Universitaet Sozialwissenschaften studiert und arbeitet jetzt in einem Reisebuero. Er ist etwas aufdringlich freundlich und bietet mir sofort Unterstuetzung bei Ausfluegen, Wildwassertouren auf dem Nil, Nachtleben in Kampala usw. an. Naja, jeder muss hier sehen, wie er sich ueber Wasser haelt...

Madame Olivia (Mitte) mit Sohn (?) und Schuelerin

In der Schule stellt sich mir eine Kollegin als Madame Olivia vor, sie unterrichtet Kunst und betreut die Schulbuecherei. Als sie mitkriegt, dass ich Single bin, faellt sie mir gleich um den Hals und fragt, was ich denn am Valentinstag vorhaette. Der wird hier ziemlich ernst genommen. Am Tag nach Valentin ist sie ganz enttaeuscht, warum ich denn nicht zur Schule gekommen waere (sie wohnt dort)? Ich antworte, ich waere zu schuechtern gewesen, das mithoerende Kollegium lacht.

Innenhof der Bishop Sisto Mazzoldi Schule

Ein paar Zahlen ueber Uganda von 2001:
  • 7% der Maedchen besuchen eine Oberschule (13% der Jungen).
  • 53% der Frauen koennen lesen.
  • Lebenserwartung Frauen: 40,4 Jahre
  • HIV-Infektionen: 1,9 Mio (geschaetzt) von 22,21 Mio Einwohnern
  • Grundschulabschluss: Jungen 49%, Maedchen 25%
  • Kindersterblichkeit unter 5 Jahren: 13,7%
  • Arzt: 1 auf 25.000 Einwohner
  • Zugang zum Stromnetz: 3-5%
1997 hat die Regierung die Universal Primary Education (UPE) eingefuehrt. Sie gewaehrt den ersten 4 Kindern jeder Familie (inzwischen wohl allen) eine freie Grundschulausbildung (an staatlichen Schulen) ohne Gebuehren. 1997 haben sich darauf die Schulanmeldungen fuer die Grundschule verdoppelt. Im Februar 2007 (also gerade eben) wurde die Universal Secondary Education (USE) eingefuehrt. Ca. 500.000 Oberschueler der S1 (Senior 1, entschpricht 8. Klasse) brauchen in diesem Jahr kein Schulgeld zahlen, muessen allerdings fuer Schuluniformen und Mittagessen aufkommen. Im Maerz soll eine genaue Zaehlung der gefoerderten Schueler mit Geburtsurkunde stattfinden. Die Regierung befuerchtet, dass sich auslaendische Schueler in Uganda eingemogelt haben, um eine freie Ausbildung zu bekommen. Gefoerdert werden nur ugandische Schueler, sowie anerkannte Fluechtlinge aus dem Sued-Sudan. Die meisten privaten Schulen (so auch die Bishop Sisto Mazzoldi Schule) sind von der Foerderung ausgenommen.

Paul, Iðunn (mit afrikanischer Frisur), Jennifer (Pauls Frau) und ich kurz vor Iðunns Rueckflug nach Island. Es war Stromausfall, das Foto wurde mit Blitz auf gut Glueck ins Dunkle hinein geschossen...

Dienstag, 20. Februar 2007

Ugandisches Englisch

Bevor ich demnaechst auf die wirklich interessanten Themen, naemlich Frauen und Maenner in Uganda, zu sprechen komme, moechte ich heute mal was zum Englisch in Uganda schreiben. Uganda war ja britische Kolonie, die Englaender haben also die heutige Nationalsprache hier eingefuehrt. Komischerweise sind aber auch ein paar Begriffe aus dem amerikanischen Englisch hier gebraeuchlich, wie z.B. soda fuer Limonade. Anbei einige Ausdruecke, die ich in dieser Verwendung nicht aus dem britischen oder amerikanischen Englisch kenne:

airtime - Handyguthaben
balance - Wechselgeld
boda-boda - Mofa(taxi)
brown - weiss (Hautfarbe)
dry tea - Schwarzer Tee (ohne Milch), manchmal auch Kaffee
chai - Tee (mit Milch); Schmiergeld
function - Festakt
g-nut (groundnut) - Erdnuss
How do you make it? (Manchmal auch: How do you find your enemy?) - Wie spaet ist es?
introduction ceremony - Verlobungsfeier
Irish potatoe - Kartoffel, meist als Pommes frites serviert
landline - Festnetz(telefon)
to link up - sich treffen
muzungu - Weisser, Europaeer
smart - huebsch
to go for a short call - fuer kleine Maedchen gehen
stage - Haltestelle
sweet - lecker
taxi - Kleinbus
tilapia (statt Nile perch) - Viktoriabarsch
transport - Fahrgeld
witch doctor - Medizinmann, traditioneller afrikanischer Arzt

Aussprache: Im Koenigreich Buganda gibt es zudem noch zwei Besonderheiten bei der Aussprache:
  • "I"s und "Y"s werden nach Belieben ergaenzt oder weggelassen, dafuer habe ich noch kein Schema herausgefunden. Germany wird z.B. nur German ausgesprochen, oder taxi park als tax park. Dafuer aber Lundy statt Lund oder Bishop Mazzolidi statt Bishop Mazzoldi.

  • Im Luganda wird ein R wie ein L ausgesprochen (wie im Chinesischen), entsprechend ist bei vielen Bugandern auch im Englischen nur das L zu hoeren. Manchmal muss man dann aus dem Kontext raten: "The children are playing" kann hier "Die Kinder spielen" heissen, wahrscheinlicher ist aber "Die Kinder beten"...
Ich warte nun auf die naechste Version von Microsoft Word mit der Spracheinstellung "English (Uganda)"...

Donnerstag, 15. Februar 2007

Schule in Uganda und eine neue Verlobung

Hindu Tempel in Kampala - als Deutscher bekommt man erstmal einen Schreck, wenn man die Hakenkreuz-Runen am Zaun sieht...

Blick auf den Old Taxi Park von Kampala. Mit diesen Toyota-Minibussen wird praktisch der gesamte Personenverkehr von Uganda abgewickelt. Ringsherum Marktstaende.

Blick von Garden City, der einzigen groesseren Mall von Kampala, auf den nahegelegenen Golf-Platz.

Am Donnerstag habe ich meine erste Unterrichtstunde in Informatik an der Bishop Sisto Mazzoldi Oberschule gehalten, in einer 8. Klasse. Die Bedingungen sind nicht gerade ideal, die Schule hat zwar 8 Dell-Computer schaetzungsweise aus dem Jahr 95, von denen aber nur noch 3 funktionieren, alle anderen haben Festplattenausfaelle. Kein Wunder, die Tische im Computer-Labor sind von einer millimeterdicken roten Sandschicht ueberzogen. So haben sich jeweils acht Kinder um jeden Computer gesetzt und versucht, unter Windows Ordner mit ihren Namen zu erstellen. Ich teile mir den Unterricht mit der Informatik-Lehrerin Immaculate, sie unterrichtet freitags die Theorie, ich donnerstags die Praxis.

Die Schule wurde 1993 von katholischen Ordensbruedern gegruendet, der namensgebende Bischoff war ein Italiener, der in Ostafrika sehr aktiv war. Sie ist eine kombinierte Tagesschule und Internat (viele Schueler schlafen hier, aber nicht alle), wie es hier ueblich ist. Auch hier haben die Englaender Vorarbeit geleistet, was man bis in den Lehrplan hin merkt, in Geschichte wird z.B. ein Grossteil der europaeischen Geschichte, nicht der afrikanischen gewidmet. Wer Harry Potter gelesen hat, dem kommt vieles vertraut vor, z.B. die Abschlussexamen fuer die O-Level (ordinary level, so etwas wie Mittlere Reife nach der S4, der Senior-4-Klasse, entspricht der 11. Klasse) und die A-Level (advanced level, Abitur, nach S6, 13.Klasse), bei Harry Potter O.W.L.s and N.E.W.T.s. Die Klassenraeume sind schlicht ausgestattet, mit kombinierten Schulbanktischen aus Holz. Beim Hinsetzen in Uganda muss man immer aufpassen, dass nicht ein hervorstehender Nagel ein Loch in die Hose reisst... Ab und zu hoert man erstickte Schreie, dann wurde wieder ein Schueler mit einem Stockschlag auf den Allerwertesten bestraft und huepft hinterher in die Luft, um den Schmerz zu stillen. Auf eine Frage an die Schueler antworten alle im Chor, als ich zum Beispiel der Klasse vorgestellt wurde und Immaculate sagte, ich wuerde im naechsten Trimester unterrichten, kam als Antwort im Chor "Grossartig!". Wenn ich etwas an die Tafel schreibe und danach noch einmal vorlese, wiederholt das die ganze Klasse diszipliniert im Chor. Lernen durch Drill...

Ich bekomme gerade Anweisungen von Stella (rechts), wie ich die Rosetten fuer den Festschmuck zu falten habe.

Waehrend der Introduction Ceremony gibt es immer wieder Tanzeinlagen.

An die afrikanische Spontaneitaet bin ich ja schon gewoehnt, hinzu kommt eine neue Komponente, die ich jetzt immer haeufiger erlebe: eine unklare Informationspolitik. Man kann sich auf nichts einstellen, es kommt sowieso immer anders. Als Beispiel hier die zweite Introduction Ceremony (Verlobung), die ich gestern miterlebt habe. Am Freitag fragt mich mein Kollege Ronnie, was ich am Samstag vorhaette. Ein Freund wuerde Samstag abend Hochzeit feiern, er ist von einem westugandischen Stamm, und so wuerde ich andere Rituale als beim letzten Mal sehen. Ich sage zu, und Ronnie verspricht, sich abends nochmal mit Ort und Zeit bei mir zu melden. Abends keine Nachricht, dafuer summt am naechsten Morgen um 7:00 mein Handy, im Halbschlaf lese ich: Das Programm beginne um 9 Uhr frueh, Treffpunkt um 9:00 in Kampala. Prima, denke ich, da habe ich ja noch knapp eine Stunde zum Aufstehen und Fruehstuecken, nach Kampala brauche ich mindestens eine Stunde im Sammeltaxi, bei Stau eher 1,5 Stunden. Na gut, ist ja afrikanische Zeit, also trudel ich gegen 9:30 am Treffpunkt ein. Jetzt erzaehlt mir Ronnie, es handele sich um eine kombinierte Introduction Ceremony (Verlobung) und Hochzeit hinterher, ein stressiges Programm, deshalb der fruehe Treffpunkt. Na gut. Als wir um 10:00 beim Haus der Braut ankommen (hier findet traditionell eine Verlobung statt), sind wir die ersten Gaeste, die 3 Zelte werden gerade geschmueckt, die Stuehle aufgereiht und mit Bezuegen versehen, die Musikanlage aufgebaut usw. Ich frage mich, wozu der Stress mit dem fruehen Aufstehen, wenn die Feier offensichtlich erst in ein paar Stunden losgeht? Na gut. Aus Langeweile helfen wir mit beim Aufbauen und lassen uns von Stella erklaeren, wie man Rosetten fuer die Beschmueckung aus breiten Geschenkbaendern bastelt. Ich halte Stella fuer die Dame des Hauses, also die Mutter der Braut, weil sie die Anweisungen fuer die Dekorationen gibt. Daneben hilft noch Richard, der mit Jeans und Bayern-Muenchen-Trikot gekleidet ist (zumindest falle ich damit, der sich hier immer noch keinen Anzug gekauft hat, nicht allzu unangenehm auf) und Elena. Mittags laedt uns Stella dann auswaerts zum Essen ein (ich wundere mich immer mehr, da auch im Haus fuer andere Gaeste Essen angeboten wurde) und gegen 16:00 nachmittags faengt dann die Introduction Ceremony an. Irgendwann abends erklaert mir Ronnie dann, dass Stella seine Cousinen-Schwester ist (in Uganda werden alle Cousinen und Cousins als Schwestern und Brueder bezeichnet, das ergibt dann die Extended Family, die erweiterte Familie) und sie eine Firma hat, die mit der Dekoration der Verlobung beauftragt wurde. Langsam wird mir alles klar, ich bin hier nicht als Gast eingeladen, sondern zum Arbeiten, deshalb der fruehe Beginn. Und es handelt sich nur um eine Verlobung, keine anschliessende Hochzeit. Na gut. Aber warum wird einem die Wahrheit hier immer stueckchenweise nach und nach praesentiert, und warum wird man immer erstmal in eine etwas andere Richtung losgeschickt? Aber das scheint ausser die Muzungus hier keinen zu stoeren.

Die Partei des Braeutigams in traditioneller westugandischer Tracht, der Braeutigam hat den Federschmuck von der Braut erhalten.

Afrikanisches Buffet - lecker!

Die Verlobung an sich war wieder sehr interessant. Die Partei des Braeutigams zieht in den Garten der Braut ein und fragt die Partei der Braut nach der Tochter Jaqueline. Zum Test und Spass laesst der Brautvater dann erstmal drei kleine Toechter erscheinen, welche davon Jaqueline sei. Der Braeutigamsvater erwidert darauf, sie seien zwar alle Jaqueline aehnlich, er suche aber nach einer erwachsenen jungen Frau. Darauf bietet der Brautvater drei andere junge Damen auf, Jaqueline ist aber wieder nicht darunter. Danach erscheinen Trommler und Taenzerinnen, sowie die Braut, ihre Matronin (meist eine Tante) und 7 Brautjungfern, die sich auf eine schoene Bastmatte setzen. Jetzt ist die Partei des Braeutigams zufrieden und die Verhandlungen um die Braut beginnen, wieder von professionellen Moderatoren durchgefuehrt. Der Brautpreis (in der Regel Kuehe und Ziegen) wird zwar nicht genannt, aber man einigt sich schliesslich, und die Braut erwaehlt nun aus der Maennergruppe des Braeutigams und seinen Bruedern den Richtigen, in dem sie ihm einen Federschmuck aufsetzt. Nun kommt Bewegung ins Spiel, die Partei des Braeutigams traegt Gastgeschenke herein (diesmal komischerweise nur Limonaden- und Bierkisten, sowie Wein und eine Flasche Johnnie Walker), und der Maennerklan des Braeutigams umarmt die Maenner der Brautfamilie. Man ist nun eine Familie. Die Frauen der Familien sitzen derweilen diskret im Hintergrund. Diesmal gibt es das Essen schon vor den Reden, und was fuer ein Essen. Es war das beste afrikanische Buffet, was ich hier bisher hatte, mit Matooke, Reis, Spaghetti, Chapati, Gemuese (!!), Huhn, Rindfleisch, Krautsalat, Suess- und Salzkartoffeln, und diesmal gab es auch mehrere verschiedene Biersorten. Richard (der mit dem Bayern Trikot) fragt mich, welche Sorte mir am besten schmeckt und erzaehlt, dass der Bayern-Fan-Klub mal in Kampala war. Die haetten die Halb-Liter-Flaschen fast in einem Zug geleert... Am Schluss helfen wir Stella natuerlich noch beim Abdekorieren, wir falten alle mitgebrachten Dekostoffbahnen wieder zusammen und schleppen die grosse Stofftasche bis zur naechsten Durchgangsstrasse, wo wir auf Mofas und danach ins Sammeltaxi umsteigen.