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Freitag, 11. August 2017

Familie

1998 hat Silvia zum letzten Mal alle ihre Geschwister zusammen in Ecuador gesehen. Danach waren sie in alle Winde zerstreut: Silvia und Amparo in Deutschland, Alicia auf Lanzarote. Zudem kamen drei ausländische Schwiegersöhne zur Familie hinzu: ich aus Deutschland, Francisco aus Spanien und Rubén aus Argentinien. Klar, dass wir das erste vollständige Zusammenkommen nach 19 Jahren entsprechend gefeiert haben und nun viele Familienfotos haben:

Die fünf Geschwister: Irma, John, Amparo, Silvia und Alicia, Hund Tomas rechts
Viel Spaß zusammen mit den Eltern Hilda und Edmundo
Hinzu kommen alle Enkel und Urenkel: Andres, Maria José mit Urenkelin Angela, Melissa und Cristina
und mit den Schwiegersöhnen Francisco (Spanien), Tim (Deutschland) und Rubén (Argentinien)

Samstag, 5. August 2017

Alltag in Ecuador

Das sechste Mal bin ich nun schon in Ecuador, da kann man nicht mehr viel Neues schreiben. Einige Updates aus dem Alltag gibt es aber schon:
Baños

Busse
Beim Einsteigen in einen Bus herrscht immer noch große Eile und er fährt oft schon wieder an, bevor der Letzte eingestiegen ist. Selbst Melly ist das schon aufgefallen. Um das Rasen zu vermindern, gibt es nun in allen Fernbussen eine Laufschriftanzeige mit aktueller (GPS-) Geschwindigkeit und Nummernschild, falls man sich beschweren möchte. Auf der kurvenreichen Strecke Baños - Puyo waren das bis zu 77 km/h. Die meisten Busse haben jetzt Anschnallgurte, was aber kaum jemand weiß, geschweige denn sie benutzt. Als ich es getan habe, hat ein anderer Fahrgast das ganz verwundert auch ausprobiert.
Die Preise sind moderat angestiegen, die 11 Jahre alte Regel pro Stunde ein Dollar gilt jetzt nur noch ansatzweise, es kommt ein Aufschlag von 10-50% darauf:
San Francisco - Baños, 30 Minuten, 75 Centavos
San Francisco - Puyo, 1 Stunde, 1,25 Dollar
Baños - Ambato, 1 Stunde, 1,10 Dollar
Wieder in Ecuador

Indigene Völker
Beim Spaziergdang am Uferweg in Puyo hat ein Indianerpärchen Naturmittel und Schmuck verkauft. Sie gehören zu den Achuar-Indianern, einem von insgesamt 10 in Ecuador lebenden Naturvölkern. Sie leben an der Grenze zu Peru, wo es keine Landstraßen gibt. Daher können sie nach Puyo nur laufen (etliche Tagesmärsche) oder für 60 Dollar mit dem Flugzeug nach Shell fliegen. Das Gepäck wird dabei nach Gewicht berechnet, weshalb sie nur wenige und leichte, kleine Sachen zum Verkauf anbieten. Sie kann gut spanisch und erzählt uns, dass die verfeindeten Shuar-Indianer ihrer Großmutter den Kopf abgehauen haben, laut Spiegel waren Schrumpfköpfe bei beiden Völkern noch vor 30 Jahren üblich. Ihr Mann neben ihr ist ihr Cousin. Da es nicht so viele Achuar gibt und zudem noch mehr Frauen, ist die Auswahl an Männern beschränkt. Er kann kaum spanisch, dafür aber sehr gut Mathematik, er macht die Abrechnung. Inzwischen gibt es bei den Achuar auch Schulen und eine Hochschule für Völkerkunde.
Achuar-Indianer in Puyo

Klopapier

In Ecuador muss man sich als Europäer immer erst daran gewöhnen, dass man das Klopapier nicht ins Becken, sondern in einen Papierkorb neben dem Klo wirft. Jetzt gibt es erste Anzeichen für die europäische Variante. Am neuen Flughafen von Quito hängen auf der Toilette Schilder, dass man das Papier ins Becken werfen kann, den Papierkorb sucht man vergebens. Auch bei meinen Schwiegereltern hat der argentinische Schwiegersohn den Korb abgeschafft, nachdem er die Rohrdicke begutachtet hat. Bisher gab es auch keine Verstopfung.
Melly am Wasserfall

Thermen
In Baños waren wir abends in den Thermen. Man muss eine Badekappe tragen, die man gleich am Eingang für einen Dollar kaufen kann. Dann nimmt man sich einen Wäschekorb in die Umkleide (keine Trennung nach Geschlechtern), packt dort seine Sachen rein und gibt den bei der bewachten Garderobe gegen Marke ab. Mit einem Gummiband bindet man sich die Marke dann um den Arm. Es gibt drei warme Becken, ein kleines mit vielen Leuten drin (man kann nicht schwimmen, ist froh wenn man einen Stehplatz bekommt), ein rundes Becken mit so heißem Wasser, dass Kinder nicht rein dürfen und ein großes Becken, das gerade erst voll läuft und an der tiefsten Stelle gerade 30 cm Wasser hat. Da legen wir uns rein, wechseln ab und zu ins Kaltwasserbecken (das ist als einziges ganz leer und hier kann man auch schwimmen). Trotz der Fülle ein total entspannter Abend! Nebenan wird schon gebaut, es entsteht hier ein neues, modernes und großes Bad. Davon berichten wir dann in zwei Jahren...
In der Therme

Geschirrspüler
sind hier immer noch exotisch und kosten zwischen 800 und 1.400 Dollar.
Erfrischung in Puyo mit Amparo und Rubèn

Dienstag, 29. Dezember 2015

Alltag in der Cloud: Angriff auf mein E-Mail-Konto

Am Sonntag gegen 20:00 bekam ich auf einmal viele "Ich bin nicht im Büro"-Mails. Wobei ich mich gar nicht erinnern konnte, z.B. den Tomtom-Support oder meine Bank gerade angeschrieben zu haben. Dann die SMS von einem Freund, ich hätte eine komische Mail mit einem Link verschickt und eine Mail mit gleicher Rückfrage. Mein "gesendet"-Ordner war leer, aber offenbar wurden gerade von meinem Mail-Account hunderte bis tausende von Mails verschickt. Allein die Server-Antworten für nicht mehr existierende Adressen waren seitenlang, allerdings im Spam-Ordner versteckt. Offenbar war mein Konto gehackt, was nun?
Zum Glück gibt's ja für alle Lebenslagen Hilfe im Internet, so auch hier. Die PC-Welt-Artikel
  1. Mail gehackt, was nun? und
  2. Entfernen Sie Viren/Trojaner mit Gratis-Tools selbst
haben mir sehr geholfen. Zuerst einmal habe ich mein Linux-Notebook aufgeklappt, das (hoffentlich) virenfrei ist. Ein Blick auf amazon, ebay und mein Bankkonto ergab kein verdächtigen Bewegungen. Das ist ja schon mal gut, heißt aber nichts. Dann habe ich alle Passwörter geändert. Dann der Virentester am Windows-PC: bisher hatte ich nur den Windows Defender, der hat in der ausführlichen Suche auch tatsächlich einen Trojaner gefunden (in der Schnellsuche nicht), der aber nicht dauerhaft entfernt werden konnte, beim nächsten Scan war er wieder da. Also doch die in den obigen Artikeln empfohlene Kaspersky-Rescue-Disk erstellen, die ebenfalls Trojaner findet und die auch dauerhaft entfernt. Die anderen beiden empfohlenen Tools entdecken auch nochmal einiges. Den Windows Defender ersetze ich durch AVG Free, der wohl wesentlich mehr entdeckt als das Microsoft-Tool.

Nun bin ich gespannt, ob ich mit dem Schrecken davon gekommen bin, oder ob noch Spätfolgen kommen. Offenbar ist meine E-Mail "nur" für einen massiven Spam-Angriff benutzt worden. Ich hoffe nun, nicht auf Mailservern bzw. Providern auf den Spamfilter gesetzt zu werden...

Sonntag, 27. Dezember 2015

Alltag in der Cloud: Die Pebble-Smartwatch

Der Begriff Cloud wird im Allgemeinen auf Online-Speicherplatz und SW im Browser bezogen. Im Falle von Smartwatches kommt aus meiner Sicht eine neue Dimension von Cloud hinzu, die HW-Cloud. So wie ein Browser auf Online-Speicher zugreift, um z.B. persönliche Fotos anzuzeigen, greift eine Smartwatch auf nahe gelegene HW (in der Regel das Handy) zu, um dessen Internetverbindung, GPS, WLAN usw. zu benutzen. Manche Smartwatches haben auch direkt WLAN, GPS usw. eingebaut, was aber auf Kosten der Akkulaufzeit geht.

Nach nun drei Monaten Pebble-Smartwatch möchte ich wieder über meine Erfahrungen berichten. Zuerst einmal ist man noch ein ziemlicher Exot. Man wird öfters auf die Uhr angesprochen ("Ist das eine Apple Watch?") und bei der Antwort "Nein, eine Pebble" kann niemand etwas damit anfangen. Mir ist in der Zeit kein anderer mit einer Apple oder geschweige denn Pebble Watch begegnet. Dann sind es vor allem die unscheinbaren Apps, die am meisten auf der Uhr genutzt werden: Nicht das Bezahlen per PayPal sondern der einfache Küchenwecker ("Timer") wird täglich für's Tee- oder Nudelkochen benötigt, teilweise mehrere parallel.
Die Timer-App
Die zweite App, die ständig in Benutzung ist, ist Music Boss zum Steuern des MP3-Players aber auch des Radios TuneIn, des Chromecasts usw.  Das ist sehr praktisch, in der S-Bahn muss man nicht immer der Handy rausholen, um die Lautstärke anzupassen oder einen Titel zu überspringen und zu Hause hat man die Fernbedienung in der Uhr immer dabei.
Adele auf der Pebble (Music Boss)
Die Uhrzeit (mit Zusatzangaben wie Datum, Wetter oder Akkustand) steht natürlich auch ganz oben, und die Ziffernblätter (Watchfaces) werden von mir ständig in Design und Farbe (passend zum Hemd) gewechselt. Hier ist allerdings viel Spreu und wenig Weizen im App Store vorhanden, nur wenige Ziffernblätter haben ein wirklich gutes Design, am besten gefallen mir die von Kiezel.
Kiezel Digital Ziffernblatt mit Datum, Wetter und Akkustand: Simply Digital 3
Retro-Look 70er Jahre: 91 Dub v3.0
Halb-analog: Kiezel Around the Hour
Analog: Kiezel Modern Classic 2
Beim Einkaufen habe ich mit Checklist immer eine Einkaufsliste dabei: Die Einträge werden per Spracherkennung hinzugefügt, sie lasen sich abhaken oder auch gänzlich wieder löschen:
Einfache Einkaufsliste mit Checklist
Exotische aber fazinierende Apps sind eine Übersetzer-Apps für europäische Sprachen (Translate Vox Populi) per Spracherkennung sowie Get Me Out, das die nächsten Bus- oder Bahnstationen mit Abfahrtszeiten anzeigt:
Wo ist der Bahnhof auf dänisch (Translate Vox Populi)
Get Me Out: Stationsanzeige
Get me out: Abfahtszeiten
Die Sport-Apps Runkeeper (Laufen), Ventoo (Radfahren) und Swim.com sind auch gut in Benutzung, für die beiden ersten muss man das Smartphone beim Sport dabei haben, die Schwimm-App ist unabhängig vom Smartphone, zählt die Bahnen und nimmt die Zeit im Schwimmbad.

Unterm Strich finde ich die Uhr schon sehr praktisch, auch wenn es das Killerfeature Küchenwecker schon bei den ersten Digitaluhren vor 40 Jahren gab, die deutlich billiger waren.

Freitag, 2. Oktober 2015

Braucht man eine Smartwatch?

Seit zwei Wochen habe ich eine Smartwatch, die Pebble Time Steel. Zeit, ein erstes Resumé zu ziehen: welche Funktionen der Uhr bewähren sich im Alltag, was kann man überhaupt damit machen?
Pebble mit Sportarmband
Die Bestellung der Uhr ist schon eine Weile her, genauer gesagt war es ein Kickstarter-Projekt (das bisher erfolgreichste auf Kickstarter überhaupt), im März einen Tag nach der Ankündung der Apple Watch. Der Charme der Pebble mit über einer Woche Akkulaufzeit, Wasserdichtigkeit (bis 30m) und immer aktivem Display hatte mich überzeugt. Die Steuerung über 4 Knöpfe statt Touchscreen und das Design der ersten Digitaluhren aus den 80er Jahren finde ich eher praktisch und cool als abschreckend. Allerdings war die Wartezeit von 6 Monaten sehr lange und von den zwei verschiedenen Armbändern wurde nur das aus Leder mitgeliefert, das aus Metall kommt später im Oktober. Ein Wechselarmband aus Silikon zum Schwimmen, Joggen und Radfahren habe ich mir extra dazu gekauft.

Von den Apps her benutze ich Music Boss zum Musikhören sowohl in der S-Bahn wie zu Hause als Fernbedienung, Runkeeper und Ventoo zum Tracken von Zeit, Geschwindigkeit und km beim Joggen und Radfahren, Nav Me zum Navigieren auf dem Rad oder zu Fuß. Get Me Out zeigt die nächsten Haltestellen und Live-Abfahrtszeiten der Öffentlichen (klappt hervorragend in Berlin), Get Back In Time markiert und findet den Parkplatz (oder sonstige Orte) einfach wieder. Voraussetzung ist immer, das Handy dabei zu haben. Autonome Apps gibt es nur ganz wenige (Kompass, Stoppuhr, Wecker). PayPal auf der Uhr ist super cool, aber der einzige Laden in Steglitz, der das akzeptiert (Nunzio Eisladen) weiß nicht richtig, wie das geht, da habe ich dann doch schneller bar gezahlt.

...und mit Lederarmband
Gut funktioniert in der Praxis die Spracheingabe z.B. zur schnellen Beantwortung von Whatsapp-Nachrichten, verblüfft hat mich dabei die richtige Erkennung eines "dass" mit Doppel-S.
Die neue Pebble Time Round
Alles in allem kann man sich wie beim Smartphone damals auch schnell an eine Smartwatch gewöhnen. Wem lange Akkuzeit und Wasserdichtigkeit nicht so wichtig ist, der kann ab Ende des Jahres mit der Pebble Time Round auch erstaunlich flache und kleine Smartwatches erwerben, die sich sehr an  klassisches Uhrendesign halten.