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Dienstag, 17. Februar 2009

Das Team für Vietnam

Pho Bo, Nationalgericht Bandnudelsuppe mit Rindfleisch, in Vietnam gegessen von meinem Kollegen Helmut

Letzten Dienstag hat sich unser IBM-Vietnam-Team zum ersten Mal am Telefon gesprochen. Wir sind sieben Teilnehmer aus den USA, Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Indien und Malaysia, sowie eine Programleiterin, eine Ehemalige und eine Betreuerin (2 x Australien + USA). Die erste Herausforderung ist da schon einmal, eine gemeinsame Uhrzeit zu finden, bei der bei dem verteilten Team niemand mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen wird. Bei uns 13:00 ist für Matt aus New York 7:00 und für Deborah und Julie in Australien 22:00. Das geht gerade noch so, und zum Glück gibt es ein Tool "Time Zone Pain", was einem für eine beliebige globale IBM-Gruppe ausrechnet, welche Uhrzeit für eine Telefon-Konferenz am wenigsten "Schmerz" bereitet.

Für die Vorbereitung auf den Auslandseinsatz sind drei Monate vorgesehen, in denen wir einen Internet-Selbstlernkurs durcharbeiten, der Themen wie globale Führungsqualitäten, Logistik (Visum und Flugbuchungen), Gesundheit (welche Impfungen werden empfohlen?), Blog-Techniken inkl. Videoschnitt, Kulturverständnis, Unternehmensberatung und Entwicklungspolitik umfasst. Ansonsten stöbere ich gerade in einigen Büchern über Vietnam, was total spannend ist. Ist es z.B. unhöflich, den mit Kobrablut (und -herz) vermischten Reisschnaps in Südvietnam abzulehnen, oder die angebrüteten Wachtel-Eier aus dem Norden? Ist es wirklich so schwer, eine Straße im Verkehrschaos (Mopeds, Fahrräder, Lastkarren, Autos, wenig Ampeln) von Hanoi oder Saigon zu überqueren? In gut zwei Monaten werde ich es wissen...

Solange testen wir in Berlin schonmal die vietnamesischen Restaurants, ohne Schlangenblut, dafür die unheimlich leckere Bandnudelsuppe mit Huhn (Pho Ga) oder Rind (Pho Bo).

Das CSC Team für Vietnam mit den drei Betreuerinnen/Mentorinnen Julie, Deborah und Paridhi

Samstag, 24. Januar 2009

Vietnam!

Haiphong, Blumenmarkt zum vietnamesischen Neujahrsfest Tet

Vorgestern habe ich erfahren, dass mein IBM Corporate Service Corps Einsatz nach Vietnam gehen wird, und zwar vom 24. April an für vier Wochen nach Hải Phòng. Hải Phòng ist mit knapp 2 Mio. Einwohnern die drittgrößte Stadt Vietnams (nach Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon) und Hanoi) und liegt im Delta des Roten Flusses (Đồng Bằng Sông Hồng) in Nordvietnam 100 km östlich der Hauptstadt Hanoi. Wir Ihr seht, wird vietnamesisch mit lateinischen Buchstaben ergänzt um sehr viele Akzente geschrieben, die man im Deutschen in der Regel weglässt. Ich weiß auch noch gar nicht, wie man diese Akzente auf der Tastatur eingibt, die obigen Beispiele habe ich kopiert...

Haiphong am Delta des Roten Flusses

Haiphong liegt am Golf von Tonkin, einem Teil des Südchinesischen Meers. Der Tonkin-Zwischenfall (ein angeblicher Angriff von nordvietnamesischen Schnellbooten auf ein amerikanisches Kriegsschiff) löste 1964 offiziell die Beteiligung der USA am Vietnamkrieg aus, stellte sich allerdings im Nachhinein als bewusste Falschmeldung heraus. Ansonsten ist die chinesische Grenze nur 150 km entfernt, nach Hongkong im Osten ist es etwa genauso weit wie nach Ho-Chi-Minh-Stadt im Süden. Ich freue mich jedenfalls sehr und verschlinge im Moment alle möglichen Bücher über Vietnam :-)

Vorgeschmack auf Vietnam? Tropical Islands bei Berlin im Januar

Und hier als Zugabe noch der lachende Ernie, den wir neulich bei Bekannten gesehen haben:

Samstag, 20. Dezember 2008

Das internationale Unternehmen

Das internationale Team der ICJA-Volontäre in Berlin,
die beiden Großen sind Romeo aus Moldavien und sein Mentor Tim

Vor ein paar Tagen habe ich einen alten James Bond gesehen, Der Hauch des Todes, aus den Achtziger Jahren. Damals war Kalter Krieg, die Russen waren böse und in Bratislava wurde ein russischer Überläufer spektakulär durch eine Gaspipeline bis nach Wien in den Westen geschleust. Zwanzig Jahre später, heute, verbinde ich mit Bratislava etwas anderes, die IBM Finanzbuchhaltung wird zu großen Teilen dort erbracht, auch für die IBM Deutschland. Das ist ein Teil der Philosophie des Global Integrierten Unternehmens. Der Einkauf sitzt in Ungarn, mache ich bei meiner Reiskostenabrechnung etwas falsch, bekomme ich eine entsprechende e-Mail von den Philippinen. Bei Controlling gibt es jetzt indische Kollegen. Die kommen zur Einarbeitung kurz nach Deutschland, alles andere wird dann online von Indien aus erledigt. Die Zusammenarbeit klappt erstaunlich gut, zumindest für Standardanfragen. Bei komplizierten Dingen dreht man sich dagegen schon manchmal im Kreis.

Auf einer Weihnachtsfeier

Eines der Ziele meines IBM Corporate Service Corps Programms im nächsten Jahr ist deshalb auch die Erfahrung der Zusammenarbeit in einem internationalen Team. Jedes Team besteht aus 9 Mitarbeitern unterschiedlichster Nationen, die dann vor Ort für NGOs, Universitäten, Kommunalverwaltung und mittlere Unternehmen Beratungsprojekte durchführen. Die Teams werden jetzt nacheinander zusammengestellt, spätestens im Februar weiß ich, wo es hingeht.

Dienstag, 18. November 2008

Wiedersehen mit Annika und Enrico, Ich bin dann mal weg...

Im Oktober ging es auf einmal Schlag auf Schlag: erst wurde meine Freiwilligenorganisation AFS (mit der ich in Ecuador war) 60 Jahre alt, zu diesem Anlass gab es in Berlin verschiedene Veranstaltungen wie Botschaftsempfänge und eine Party im Admiralspalast. Viel schöner war aber, dass Annika und ihre Eltern dafür nach Berlin kamen, und so gab es ein Wiedersehen am Donnerstag dem 16.10. Drei Tage später hatte ich meinen 40. Geburtstag, und Enrico entschied sich spontan (eine Schulung war an dem Wochenende abgesagt worden) morgens den ICE von Köln nach Berlin und abends wieder zurück zu nehmen. Innerhalb von 4 Tagen erst Annika und dann Enrico wiederzusehen, war schon bewegend. Und wenn man bedenkt dass Köln und Berlin nach ecuadorianischem Maßstab (nämlich in Stunden, nicht in Kilometern gemessen) viel dichter beieinander liegen als Esmeraldas und Guayaquil (4 Stunden und 8 Dollar, ähm Stunden), kann man so etwas eigentlich mal öfter spontan tun...

mit Silvia und Steve

Seit September betreue ich bei ICJA einen neuen Freiwilligen, der in Berlin-Frohnau wie Elena im Fürst-Donnersmarck-Haus mit Behinderten arbeitet. Elena ist ja Mitte August nach einem Jahr wieder zurück nach Russland gefahren. Mein Mentee heißt Romeo, ist 22 Jahre alt und kommt aus der Republik Moldau. Er studiert internationale Beziehungen, eine Mischung aus Politik, Wirtschaft, Geschichte, Erdkunde und Journalismus. Interessant ist, dass die dortige Sprache Rumänisch sich sehr ähnlich anhört wie Spanisch, beides romanische Sprachen (im wahrsten Klang des Wortes).

Enrico und Amparo

Das Schönste zum Schluss: Anfang des Jahres habe ich mich für das IBM Programm "Corporate Service Corps" beworben, bei dem seit diesem Halbjahr 2x im Jahr IBM-Freiwillige in IT- und Beratungs-Entwicklungsprojekte nach Asien, Afrika, Osteuropa und jetzt neu auch nach Lateinamerika geschickt werden. Heute kam die Bestätigung, dass ich für die 2. Staffel des Programms angenommen wurde! Ich weiß noch nicht wo (Lateinamerika oder Asien) und wann genau (erstes Halbjahr 2009) ich für einen Monat eingesetzt werde, aber ich freue mich sehr. Und auf alle Fälle: the story continues... Ich werde berichten!

Samstag, 27. September 2008

Noch ein Interview, noch ein Triathlon

Vor ein paar Wochen hatte ich eine nette Nachricht auf meinem Anrufbeantworter: "Guten Tag, ich bin Journalist für Geo Saison und hoffe, Sie sind der Tim Lund, den ich suche..." Geo Saison plant im Juni 2009 ein Dossier über Auszeiten und hat dafür 4 Menschen aus verschiedenen Berufen interviewt, die entsprechende Erfahrungen gemacht haben. Der Journalist hat mich über den Artikel im Hamburger Abendblatt, Google und schließlich dieses Blog gefunden. Diesmal hatten wir ein knapp einstündiges Telefoninterview. Ich finde es erstaunlich, wie lange die Vorlaufzeiten für Artikel dieser Zeitschrift sind.

Inzwischen habe ich mir auch Gedanken über ein Buchprojekt zu meinem Sabbatjahr gemacht und versuche nun, einen Verlag zu finden. Das ist spannend, da ich auf dem Gebiet ja überhaupt keine Erfahrung habe. Aber es macht Spaß, sich die Verlage seiner Lieblings-Reiseberichtsbücher herauszusuchen, ihnen Exposés des Projektes zu schicken und davon zu träumen, einmal die Chance einer Veröffentlichung zu bekommen. Träumen darf man ja...

Steve beim Zieleinlauf

Im August war der Berlinman, der Triathlon am Berliner Wannsee. Wie immer zu diesem Wettbewerb goss es wie aus Kübeln. Steve hatte sich ja in seinem Trainingscamp auf Island vor allem aufs Schwimmen vorbereitet (gecoacht hat ihn ein isländischer Olympiateilnehmer), aber gegen die Sturmwellen am Wannsee und vor allem die kalten Wassertemperaturen kam er nicht an. Ein Krampf musste ihn das Schwimmen abbrechen lassen. Aber es wäre nicht Steve, wenn er sich von so etwas abhalten lassen würde. Nach einer kurzen Pause trat er wieder zum Radfahren an, fuhr die doppelte Strecke (44 statt 24 km) und lief locker verspielt (siehe Bild) die 5 km.

Ich beim Radfahren

Wir anderen (Kai, Dieter, ich und zum ersten Mal auch Stefan) hatten trotz des schlechten Wetters unseren Spaß, auch wenn ich diesmal vor allem beim Laufen ganz schön kämpfen musste.

An der polnischen Ostsee, Dabki (Neuwasser)

Im Juli hatte Silvia Geburtstag, und da sie da immer gerne verreist, waren wir spontan für ein verlängertes Wochenende an der polnischen Ostsee in Rügenwalde und Umgebung. Es war sehr schön dort, ähnlich wie an der deutschen Ostsee ist immer ein kleiner Wald zwischen Strand und Häusern. Der Fisch hier war sehr lecker, obwohl er selbst in den Fischrestaurants immer auf Papptellern und mit Plastikbesteck serviert wurde.