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Sonntag, 4. April 2010

Ostern in Ecuador

Mit Melissa auf Transatlantik-Flug, ob diese Wiege beim Rueckflug in drei Monaten noch gross genug fuer sie ist?

Inzwischen sind wir von Ambato nach San Francisco zu Silvias Eltern weitergefahren, wo wir Ostern verbracht haben. Am Karfreitag und am Ostersamstag waren viele Verwandte da, ungefaehr 25. Waehrend die Maenner und Kinder im Wohnzimmer sassen und Videos guckten, hantierten etwa zehn Frauen in der Kueche herum (alle ausser einer Frau, was sofort auffiel und ueber die dann entsprechend gelaestert wurde) und bereiteten Fanesca, die traditionelle Ostersuppe zu. Die dicke Suppe enthaelt alles, was den Magen und Darm reizen koennte: weisser Mais (Choclo), Erbsen, Linsen, Chocos (Bohnen), Mellocos (kleine Kartoffeln), Porree, Ei, Kuerbis und Trockenfisch. Aber wir haben sie gut ueberstanden, auch Melissa hat hinterher keine Probleme von der angereicherten Muttermilch bekommen. Sie hat halt doch ecuadorianisches Blut in sich...

Die Maenner essen Fanesca, waehrend die Frauen weiter kochen

Mein Bruder Dirk kommt uns ja mit Robin und Ronja zur Hochzeit besuchen und hat gefragt, wie die Adresse der Eltern ist. Nun, in San Francisco gibt es keine Strassennamen oder Hausnummern, was auch nicht richtig noetig ist. Es gibt praktisch nur die Durchgangsstrasse von Baños nach Puyo. Hier fuer Dich, Dirk, die Wegbeschreibung: Nimm die Strasse von Baños nach Osten Richtung Puyo. Die Strecke fuehrt immer an den Bergen ueber dem Rio Pastaza entlang. Ihr fahrt durch alle 6 Tunnel. Das erste Dorf nach dem 6. Tunnel ist San Francisco, am einfachsten zaehlst Du die Bodenwellen (zur Verkehrsberuhigung) nach dem letzten Tunnel: nach der vierten Bodenwelle kommt rechts ein Zebrastreifen, das Haus dahinter ist das von Silvias Eltern (Lascano Lopez). Es gibt ein verwittertes, touristisches Ortsschild, auf dem man "San Francisco" aber kaum lesen kann. Sehr viel deutlicher ist ein Schild im Ort der "Policia San Francisco".

Der Dorfplatz von San Francisco, in der Mitte die Kirche, in der wir heiraten werden.

Am Karfreitag hatte auch Silvias Bruder John Geburtstag. Interessanterweise ist das am Freitag von keinem beachtet worden. John hat auch nichts gesagt, vielleicht hatte er Angst vor dem ecuadorianischen Guetelbrauch: Wie man auch auf unserer Hochzeit in Berlin sehen konnte, wird das Geburtstagskind am Geburtstag gerne mit einem Guertel geschlagen. Deshalb gibt kaum ein Ecuadorianer gerne zu, dass er Geburtstag hat... Am Ostersamstag sind aber Silvias Eltern dann doch nach Baños gefahren, und haben eine Torte fuer John gekauft. Es wird also in Ecuador nichts vergessen, auch wenn es manchmal so scheint. Auch die Fragen nach unserer Hochzeit und den Fotos kamen mit der Zeit, aber nicht gleich am Anfang.

Silvias Bruder John mit Geburtstagstorte, hinten Silvias Mutter.

Donnerstag, 1. April 2010

Zurueck in Ecuador

Unser Hochzeitsauto, ein 60 Jahre alter Bentley MK VI

Wir sind gestern gut in Ecuador angekommen, und was Melissa betrifft, hat sich der Spruch unseres Kinderarztes bewahrheitet: "Machen Sie sich keine Sorgen, die Eltern haben meist viel mehr Angst vorm Flug, als die Kinder dann wirklich Probleme haben!" Und auch die Zeitverschiebung von 7 Stunden hat Melissa prima verkraftet und schlaeft weiterhin die Nacht durch :-) Im Moment sind wir noch in Ambato bei Silvias Schwester und Bruder, morgen fahren wir nach San Francisco, wo wir ueber Ostern viele Tanten, Onkel, Cousinen und Cousins von Silvia sehen werden.

Ansonsten gibt es hier wie versprochen noch einige Bilder von der standesamtlichen Trauung.

Unsere wichtigste Unterstuetzung: Melissa mit ihrer zweiten Mutter Amparo

Vorm Standesamt mit meinen Eltern

Stephen begeistert an der Trommel mit zwei ugandischen Taenzerinnen

Alejandro und Jorge sorgen fuer Stimmung

Montag, 29. März 2010

Erste Bilder der Hochzeit

Vor dem Standesamt

In vier Stunden sitzen wir im Flugzeug nach Amsterdam und danach nach Ecuador. Es ist alles gepackt und jetzt ist doch noch etwas Zeit, das eine oder andere Foto von der standesamtlichen Hochzeit zu zeigen. Zu erst aber herzlichen Dank an alle Gäste, es war eine super Stimmung, u.a. soll eine der Servicekräfte bestätigt haben, dass sie so eine Feier in der Alten Bahnhofshalle noch nie erlebt hat! :-)

Vielen Dank auch an Jule, Silke und Jerry für die Hochzeitszeitung, die Ihr hier und in Farbe herunterladen könnt.

Wir haben wirklich beide "Ja" gesagt...


Trauzeugin Rosa mit Melissa

Im Blütenregen

Fortsetzung folgt...

Donnerstag, 25. März 2010

Elternzeit

Melissa mit ihrem Spielkameraden Jonas

Heute ist mein erster offizieller Tag der Elternzeit, Melissa wird heute 5 Monate alt. Seit Anfang der Woche habe ich schon Urlaub. Bisher ist es eher stressiger als vorher, da die letzten Vorbereitungen zur Hochzeit und für die Reise nach Ecuador erledigt werden müssen. Aber heute, einen Tag vor der Hochzeit, ist das Gröbste getan.

Die beiden Junggesellenabschiede von Silvia und mir waren am Freitag und Samstag abend. Silvias Freundinnen kamen zu uns und als ich von der Arbeit nach Hause kam, wurde ich von Amparo mit geschlossenen Augen nach oben geführt, kein Mann durfte sehen, was die Freundinnen mit Silvia veranstalteten :-) Aber es muss sehr lustig gewesen sein, denn es wurde viel gelacht. Bei meinem Abschied einen Tag später holten mich die beiden Kais und Stephen ab und wir unternahmen eine Tour durch Restaurants und Kneipen aus unserer Studentenzeit. Interessant, wie sich die Lokale verändert oder aber gerade nicht verändert hatten...

Papi ist die nächsten drei Monate jetzt öfters da...

Auf morgen freuen wir uns schon, es wird einige Live-Darbietungen und einen schicken Oldtimer zu sehen geben, und das Wetter scheint mit fast 20°C prächtig zu werden. Mich hat diese Woche noch eine Erkältung erwischt, aber auch die ist am Abklingen.

Liebe Grüße und bis morgen, bzw. bis zum nächsten Bericht der dann wahrscheinlich schon aus Ecuador erfolgen wird!

Sonntag, 7. Februar 2010

Vorbereitungen

Melissa mit ihrem neuen Freund, dem russischen Tiger

Melissa wächst und wächst, ist jetzt schon 7kg schwer und 62cm groß. Ihre Augenfarbe ist braun (Bild oben), aber manchmal schimmern sie auch blau (Bild unten). Für die Beantragung des deutschen Kinderreisepasses mussten wir uns festlegen, und so steht jetzt "Größe 60 cm" und "Augenfarbe braun" in ihrem Pass. Interessant für einen Pass, der sechs Jahre lang gültig ist. Für Ecuadorianer dagegen gibt es keinen Kinderreisepass, hier hat Melissa einen Erwachsenen-Reisepass erhalten. Dort wird weder die Größe noch die Augenfarbe angegeben, dafür die Unterschrift des Inhabers. Für die Ausstellung waren wir zusammen mit Amparo in der ecuadorianischen Botschaft am Kranzlereck. Da Amparo die schönste Schrift hat, hat sie den Pass für Melissa unterschrieben, so hat Melissa nun ein Andenken ihrer Tante im Pass... Etwas erschreckend fand ich, dass bei keinem Pass mehr der Bezug zwischen Eltern und Kind hergestellt werden kann, weder die Eltern noch die Kinder werden eingetragen.

Melissas Augen schimmern manchmal blau

Unterdessen laufen die Vorbereitungen für die Hochzeit in Berlin und Ecuador. Es ist doch einiges zu organisieren, Goldschmied, Raum, Dekoration, DJ, Brautkleid und Anzug, Auto/Kutsche, Fotograf, Hochzeitstorte um nur einiges zu nennen. Am letzten Samstag waren wir dazu auf einer Hochzeitsmesse bei Möbel Höffner am Flughafen Schönefeld und haben noch einige Kontakte geknüpft und Anregungen erhalten. Unsere Elternzeiten sind eingereicht und bewilligt, Silvia nimmt elf Monate, ich drei. Die Kollegen sind schon neidisch, wenn ich von drei Monaten Flitterwochen in Ecuador erzähle, aber sie sind inzwischen ja auch schon einiges von mir gewohnt.


Der Vulkan Tungurahua ist zur Zeit wieder recht aktiv

Dirk, Robin und Ronja, Melissas zukünftige Patentante Birgitta, sowie Rosa, Graciela und Rubencito kommen auch zum ecuadorianischen Teil der Hochzeit. Dort kann man gerade wieder ein schönes Naturspektakel bewundern, den Ausbruch des 5.000 m hohen Vulkans Tungurahua. Sogar auf Google Earth sieht man zur Zeit den Rauch des Vulkans nach Südwesten Richtung Riobamba abziehen (s. unten). Der Vulkan war auch schon während meiner Reisen 2006 und 2008 aktiv, laut aktueller Einschätzung besteht keine Gefahr oder Beeinträchtigung im nahe gelegenen Baños, es werden im Gegenteil zur Zeit viele Touristen angezogen. Die Hochzeit findet etwas weiter östlich in San Francisco kurz vor Rio Negro statt.


Deutscher Kinderreisepass und ecuadorianischer Erwachsenenpass für Melissa